Archiv der Kategorie: Kolumbien

Cartagena und Isla del Rosario

04.01.2019 bis 18.01.2019

Am Morgen des 04.Januar setzten wir die Segel zu unserem nächsten Ziel in Kolumbien. Cartagena de Indias. Die Strecke beträgt von Santa Marta ca 110 Seemeilen. Wir wollten an Tag eins erst einmal an der Mündung des Rio Magdalena vorbei bis Puerto Valero und dann an Tag zwei die restliche 55 Meilen bis Cartagena segeln. Doch bevor wir wirklich so weit waren und die Segel setzen konnten erlebten wir eine kleine Überraschung beim Ablegen. Um 6:00 Uhr standen ganze 10 Teilnehmer der Rallye vor unserem Boot und wollten beim Lösen der Leinen helfen. Selbst bei gutem Willen meinerseits hätte ich nicht für jeden einen Strick zum Losmachen gehabt. Da hatte ich schon den Kaffee auf bevor er so richtig in der Tasse war. 🙁 Aber zurück zum Segeln. In der ersten Stunde mussten wir noch den Motor bemühen um Santa Marta zu verlassen doch dann kam der Wind. Und das nicht zu knapp. Aus 20 Knoten wurden ganz schnell 30 und in Böen zeigten die Instrumente 38 Knoten. Wohl von schräg achtern (hinten) aber das ist dann schon eine Menge. Dabei baut sich auch eine ganz ordentliche Welle auf. Aber wir hatten dann doch unseren Spaß bei einer Geschwindigkeit von bis zu 9,5 Knoten und die meisten Wellen hat unsere mora recht gut weggesteckt. (einmal hat sich eine bis ins Cockpit verirrt und wir wurden mit einer kleinen Dusche voller Salzwasser erfrischt) Kurz nach der Mündung der Rio Magdalena war dann aber der Spuk mit den großen Wellen vorbei und wir staunten nicht schlecht als das Wasser schlagartig die Farbe von Blau zu Braun wechselte. Dabei hatten wir extra einen Abstand von 5 Seemeilen zur Küste gehalten denn der Fluss kann ganze Bäume, Kühlschränke und allerlei anderen Unrat ins Meer Spülen. Die neue Wasserfarbe begleitete uns bis zum Ankerplatz in der Bucht von Puerto Valero. Von da an ging es auch am frühen Morgen des 05. Januar weiter in Richtung Cartagena. Eigentlich war der nächste Stopp der Rallye sogar auf Isla Grande (Islas del Rosario) geplant aber dann hätten wir zu oft den Motor zu Hilfe nehmen müssen um bei leichtem Wind die Strecke von 65 Seemeilen im Hellen zu bewältigen. Auf dem Weg nach Cartagena ist schon von weitem die Skyline der Stadt zu sehen. Dutzende Wolkenkratzer stehen eng aneinander. Und auch die Musikbegeisterung der Südamerikaner ist ohne Probleme bereits 2 Meilen vor der Küste zu hören. Gegen den Wind!!! Und so ankerten wir dann am späten Nachmittag direkt in einer Diskothek. Also wir lagen schon noch im Wasser. Zu unserer Freude war am Ufer eine Bühne aufgebaut und dort standen Boxen so groß wie Hochhäuser… Zum Glück war es ein richtig guter Sound. Aber nach 2 Tagen mit Wecker um 5 Uhr bräuchten wir nicht unbedingt Musik bis 4:30 Uhr am Morgen. 🙁 So hatten wir uns auch am Samstag nach einem ersten Kaffee recht schnell dazu entschlossen die verbleibenden Meilen bis zu den Rosario Inseln zu segeln. Dort empfingen uns einige der Rallye Teilnehmer bei schönstem Sonnenschein und wohlfühl Wassertemperatur von 25 Grad am Ankerplatz. Den nächsten Tag verbrachten wir mit Ausruhen und Schwimmen. Immer schön abwechselnd. Am Montag ging es dann doch wieder zurück nach Cartagena. Wir wollten der Stadt eine 2. Chance geben. Und dies hat sich dann doch noch gelohnt. Abseits der sehr schönen Altstadt (leider völlig überlaufen und teuer) gibt es einige kleinere Stadtteile zu erkunden und mit ein bisschen Gespür sind auch recht viele Restaurants und Kaffees zu finden in denen das normale Preisniveau von Kolumbien vorherrscht. So verbrachten wir dann doch ganze 5 Tage in Cartagena. Eine Stadt mit vielen Gegensätzen. Die Apartments der Hochhäuser gehören zu den teuersten in Südamerika, die Altstadt mit ihrer enormen Befestigungsanlage ist zu recht Weltkulturerbe, die Menschen sind auch hier wieder enorm hilfsbereit und freundlich aber es gibt auch einiges an Armut in den Randbezirken. Wer mit dem Gedanken einer Kolumbien Rundreise spielt sollte auf jeden Fall ein paar Tage für Cartagena einplanen.

Bei uns an Bord hielt aber schon wieder die Sehnsucht nach Schwimmen und Schnorcheln Einzug und so sind wir abermals in die große Ankerbucht vor Isla Grande gesegelt und konnten uns dort gut von der Großstadt erholen. Auf der Insel gibt es keine festen Straßen und auch keine Autos. Trampelpfade und ab und zu ein paar Kinder mit einem Fahrrad prägen das Bild. Die Hütten sind ein bisschen vom Winde verweht. Für die Touristen gibt es eine Handvoll kleiner Eco Hotels mit Hängematten und ökologisch wertvollen Zuckerrohr Getränken. Beim Spazieren sind Kokosnüsse ein beliebtes Sammelobjekt. Am Wochenende kommen gern mal die Bewohner von Cartagena auf ihre Insel und genießen die Ruhe. (oder Sie genießen noch mehr Musik auf ihren schicken Motorbooten)
Wir starten von hier am 18. Januar zu den San Bernardo Inseln und später nach Isla Fuerte. Beides noch in Kolumbien. Und danach geht es nach Panama auf die San Blas Inseln. Die sind so ziemlich am AdW. Deshalb wird der nächste Eintrag auf dieser Seite wohl erst Mitte Februar erscheinen. Bleibt neugierig…

Skyline

Wolkenkratzer mit historischem Segler

Cartagena bei Nacht

Balkon in der Altstadt

Balkon

und noch ein Balkon

Graffiti im Stadtteil Getsemani

Graffiti

Graffiti

Graffiti

Moni mit Meerjungfrau

Bio Restaurant

Wochenendhäuser am Strand von Isla Grande

dieses kleine Kriegsschiff wurde extra zum Schutz der Rallye Boote abbestellt

Sport am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen

Blick zum Riff an der Nordküste

vor Wellen geschützt kann der Badespass beginnen

Insel Bar

Speisekarte

Maracujá Jugo con Pool

Kokosnuss Jäger mit Trophäe

Santa Marta und Minca

21.12.2018 bis 03.01.2019

Am 17.12.18 gegen Mittag hieß es für uns Anker auf vor der Insel Aruba. Die vor uns liegenden ca. 280 sm segelten wir in 2 Etappen. Bei gutem Wind erreichten wir nach 146 sm, für die wir 25 Stunden brauchten, die Ankerbucht „Capo de la Vela“  und ließen den Anker zum ersten Mal in Kolumbien, Südamerika fallen. Eigentlich wollten wir mit dem Dinghi an Land aber der Wind war so stark das wir an Bord blieben und uns von der Nachtfahrt erholten. Gegen 15 Uhr erhielten wir Besuch von der Kolumbianischen Küstenwache. Da wir noch nicht einklariert waren, bekamen wir ein schlechtes Gewissen. Aber alles kein Problem. Sie wollten nur wissen ob alles in Ordnung ist, ob wir zur „Suzie Too Rallye“ gehörten, was unser nächstes Ziel ist und zum Schluss wollten sie noch eine Liste über die hier vor Anker liegenden Boote haben, die zur Rallye gehören. Das alles auf spanisch denn die Küstenwache sprach natürlich kein Englisch. Sie waren außerordentlich freundlich und sie waren extra zu unserem Schutz abkommandiert worden.
Am übernächsten Tag ging es wieder Anker auf für die restlichen ca. 140 sm. Wir starteten gegen halb 8 Uhr, denn das Cabo de la Aguja bei Santa Marta sollte Vormittags umrundet werden. Gegen Abend erreicht hier der Fallwind aus der Sierra Nevada de Santa Marta gern mal 45 Knoten. 🙁 Am 21.12. erreichten wir die Stadt und kurz vor der großen Hafenbucht begleiteten uns zur Begrüßung ein paar Delfine.
Am Steg wurden wir von einigen Booten unserer Gruppe empfangen. Alle Rallye-Teilnehmer erhielten eine Einladung der Marina zu einer Welcome Party mit Essen und Trinken. Toller Empfang. Einklarieren konnten wir am nächsten Tag ganz bequem in der Marina, sodass wir uns um nichts kümmern mussten.
Santa Marta ist eine quirlige Stadt mit kolumbianischen Preisniveau (also günstig für uns Europäer). Überall gab es wieder unseren geliebten „Jugo“ und Bier für umgerechnet 1,50 € in den umliegenden Kneipen. Wir sind fast nur auswärts Essen gegangen. Gute Qualität zu kleinen Preisen. Es gab eine nette Altstadt und Abends wurde die Kathedrale mit einer tollen Licht- und Musikshow angestrahlt. Die gesamte Stadt war natürlich für Weihnachten festlich geschmückt.
Zwischen Weihnachten und Neujahr unternahmen wir noch einen Ausflug in das Dorf Minca, was in der Sierra Nevada liegt. Mittlerweile ist es dort friedlich aber vor ein paar Jahren, fanden dort noch Gefechte mit der FARC und den Paramilitärs statt. Minca hat uns persönlich nicht so gut gefallen, was aber einfach daran liegt, dass wir schon so viel gesehen haben. Bemerkenswert war, dass die Kaffeeplantage La Victoria seit 3 Generationen unter deutscher Führung betrieben wird und seit 4 Jahren auch eine kleine Brauerei unter Bayrischer Leitung beherbergt. An einer kleinen, netten Erfrischungsstation am Wegesrand, von Auswanderer aus Berlin betrieben, kauften wir noch selbstgemachte Marmelade und tranken guten Kaffee.
Am Donnerstag, den 3.1.19 verließen wir die Marina, aber nicht ohne am Vortag noch eine Abschiedsparty mit Livemusik inklusive Essen und Trinken von der Marina spendiert zu bekommen.
Das nächste Ziel heißt Cartagena wo wir in der großen Bucht vor Anker liegen. Aber darin lest ihr mehr im nächsten Blog, auf den ihr diesmal bestimmt nicht so lange warten müsst.

 

p.s. Bilder gibt es nur von Minca, in Santa Marta haben wir dummerweise die Kamera meistens auf dem Boot vergessen…

Wanderung nach Minca, von der Küste an geht es stetig bergauf. wer will kann bis auf knapp 6000 Meter hinauf wandern

riesige Bambus Wälder säumen den Wegesrand

erste Stärkung in der Kaffee Farm bei Jugo und Schokokuchen

passend zur Jahreszeit; Weihnachtsstern in XXL

Kaffeesack

Micro Kaffee, im Besitz von Auswanderern aus Berlin

immer wieder schön

Sylvester wird gegrillt… 🙂

auf dem Weg nach Cartagena

Willkommen 2019

Seit zweieinhalb Jahren sind wir nun mit der Mora unterwegs. Jeder Tag ist bei uns etwas anders. Nichts wiederholt sich. Kein Tag ist dabei, wo wir bereut haben die Leinen loszuwerfen. Letztes Jahr haben wir Silvester auf den Abacos / Bahamas in ziemlicher Einsamkeit in einer Bucht gefeiert. Jetzt sind wir in Kolumbien. Der Jahreswechsel 2018 – 2019 findet diesmal Mitten in der quirligen Stadt Santa Marta mit viel Musik und fröhlichen, tanzenden Menschen statt.

Wir wünschen unseren Familien, Freunden, allen Lesern unseres Blogs und allen Menschen dieser Welt ein gesundes und glückliches Jahr 2019.

Vergesst nicht eure Träume zu erfüllen!

Alle Jahre wieder …

Es steht Weihnachten vor der Tür und wir feiern dieses Jahr in Südamerika. Seit dem 21. Dezember liegen wir in der Marina Santa Marta in Kolumbien und genießen die südamerikanische Lebensweise. Die Leute sind fröhlich, es ist laut, es ist bunt und es ist schön!

Wir wünschen allen daheim eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bleibt gesund…

                    Frohe Weihnachten – Feliz Navidad