Goodbye alter Kontinent

Vorletzten Montag war es nun endlich soweit. Das Wetter für die nächsten 5 Tage versprach moderate Winde, eher etwas zu wenig, aber danach zog schon wieder ein Tief mit viel Wind aus Süden über unser Segelgebiet. Daher nichts wie los. Ab zur Tanke, dann Segel gesetzt und einen Kurs von 228° direkt nach Madeira angelegt. Für eine unbestimmte Zeit verlassen wir nun das europäische Festland.

Nach der langen Zeit im ruhigen Hafen von Cascais mussten uns erst wieder Seebeine wachsen. Die Welle war recht ruppig und wir lagen ganz schön auf der Backe (d.h. reichlich Schräglage) An Kochen und Essen war nicht zu denken. Ich wurde seekrank und selbst Ralph, den sonst nichts erschüttern kann, musste sich kurz übergeben. Nach 2 Tagen Eingewöhnung weckte ich Ralph mit der Bratpfanne in der Hand und fragte ob er Hunger nach Spiegeleiern hätte. Es ging uns also wieder gut und zudem waren all die vorbereiteten Frikadellen auf seltsame Art und Weise verschwunden. 🙁 Die weitere Fahrt verlief ruhig. Nachts mussten wir Mangels Wind motoren, jedoch tagsüber konnten wir die meiste Zeit schön segeln.

Wir bewegten uns mittlerweile auf der Höhe von Afrika und so wurden sogar die Nächte immer wärmer. Es gab was Leckeres zu essen und wir achteten darauf dass wir auch genug tranken. Am 4. Tag sahen wir Land. Es war die Insel Porto Santo. Sie liegt knapp 30 Seemeilen vor Madeira und verfügt über einen kleinen Hafen. Wir stoppten für eine Nacht um ausgiebig zu duschen und uns ohne Wachplan auszuschlafen.

Am nächsten Tag starteten wir mit der SVEA die verbleibende Strecke Richtung Madeira. Und wie das so ist, wenn zwei Boote zusammen segeln…. daraus wird immer eine Regatta. Christian und Frauke sind auch zwei alte Regattahasen und so ging das Race los. Sieger gab es leider keinen. Der Wind hat uns 5 Meilen vor dem Ziel verlassen. 🙂

Am frühen Abend legten wir in der Marina Quinta do Lorde im Nordosten der Insel an und freuten uns auf unser Anlegebier. Jetzt galt es wieder sich um gutes Internet zu kümmern, nach den Busverbindungen zu fragen, die Funktionsweise der Waschmaschine zu ergründen und natürlich sich über Madeira schlau zu machen. Mehr davon dann im nächsten Bericht.

Abendstimmung auf See

Abendstimmung auf See

unter Vollmond durch die Nacht

unter Vollmond durch die Nacht

Tag 3: der Hunger ist zurück und es gibt für den Käpten mal was Anderes als Frikadellen

Tag 3: der Hunger ist zurück und es gibt für den Käpten mal was Anderes als Frikadellen

so macht Segeln Spass

so macht Segeln Spass

dunkelblau und mehr als 4000 Meter tief - was für ein toller Anblick!

dunkelblau und mehr als 4000 Meter tief – was für ein toller Anblick!

da hat der Junge Spass!

da hat der Junge Spass!

auf den letzten Meilen hatten wir bis zu 30 kn Wind

auf den letzten Meilen hatten wir bis zu 30 kn Wind

da wird es auch schon mal was nass

da wird es auch schon mal was nass

Madeira erreicht

Madeira erreicht

sicher vertäut im Hafen der 5 Sterne Hotelanlage von Quinta do Lorde

sicher vertäut im Hafen der 5 Sterne Hotelanlage von Quinta do Lorde

5 Gedanken zu „Goodbye alter Kontinent

  1. Andrea Drothen

    Guten morgen
    Das war ja Abenteuer pur , mit allem was dazu gehört , natürlich auch die Seekrankheit, aber man sieht es ja , hurra es schmeckt wieder, so solls sein , und dann abermals die schönen Bilder, ich glaube bei allen mitlesern wächst immer mehr das Fernwehgefühl, weiter so und weiterhin eine Handbreit Wasser unter Kiel ganz ganz liebe Grüße natürlich von allen Bussi Andrea und Co

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  2. 2 Rad Vagabund

    Hallo ihr zwei,
    na wenn ihr schon Seekrank werdet dann bin ich ja mal froh festen Boden unter den Füssen zu haben.
    Aber danke das ihr so manch Begriffe in Landrattensprache übersetzt 🙂 .
    Wegen den Frikadellen würde ich doch mal nachschauen ob ihr vielleicht eine Kobold an Bord habt 🙂 .
    Dann sage ich mal Prost zu euren Anlegebier und viel Spaß auf der Insel.
    Unser Fernweh Fieber steigt nach jeden Bericht von euch an .
    Gruß von den
    2Rad Vagabunden

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  3. Claudia

    Hallo ihr zwei tapferen Krieger!
    Ich glaube ja, der Kobold heißt Ralph 🙂 aber es ist schon klasse, eure Berichte zu lesen – vorallem sind sie immer ehrlich, autentisch und lassen nichts aus!
    Ich kann mich meinen Vorschreibern anschließen: wieder schöne Bilder…und ja, das Fernweh steigt
    Liebe Grüße aus der Heimat
    Claudia

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  4. Barbara

    Hallöchen,

    Das hätte ich nie gedacht, daß Ihr seekrank werdet. Und dann noch alle beide. Da ist mir mein vorübergehender Ausfall in Kroatien gleich nicht mehr ganz so peinlich 🙂
    Gut zu lesen, daß ihr dann doch sicher und wieder mit frischem Appetit auf Madeira gelandet seid. Von der kleinen Insel Porto Santo hatte ich noch nie etwas gehört. Man lernt also auch noch was dazu, wenn man Eure Reise verfolgt.
    Vielen Dank für tolle Geschichten und wunderschöne Bilder.

    Bis bald
    Babsi

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  5. Peter Lacks

    Hallo ihr Weltumsegler, haben uns auch gerade aus dem frostigen Solingen verabschiedet, wir dürfen nun noch mal zwei Wochen auf unserer Insel verweilen. Wir verfolgen natürlich regelmäßig eure Tour und die wunderschönen Bilder.
    Liebe Grüße von Lanzarote von den ehemaligen Spanisch estudiantes
    Claudia und Peter

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