Antigua

April 2000: Gemeinsam mit 5 Segelfreunden aus Solingen mache ich mich auf in die Karibik um an der Antigua Sailing Week teilzunehmen. Nach 3 Wochen Segeln in den Gewässern zwischen St. Martin und Antigua stand für uns alle fest; es war eine traumhafte Zeit in einem der schönsten Segelgebiete der Karibik und wir hatten den Plan nach 10 Jahren noch einmal an der ASW teilzunehmen. Doch wie das so ist, Pläne ändern sich, Freunde gehen andere Wege und leider sind auch nicht mehr alle von damals unter uns. Aber mein ganz persönlicher Traum war es all die Jahre, noch einmal nach Antigua zu segeln.

 April 2017: Wir stehen früh morgens nach einer unruhigen Nacht in der Ankerbucht von Deshaies auf und setzen die Segel mit Ziel English Harbour auf Antigua. Nur noch 40 Meilen und ich kann Moni all die schönen Plätze und Ankerbuchten aus meinen Erzählungen endlich einmal zeigen. Die Fahrt nach Antigua verläuft recht sportlich mit bis zu 30 kn Wind, Regenschauern vom Feinsten, wir müssen kreuzten weil der Wind immer mehr nach Nord dreht und es landen auch ein paar Wellen im Cockpit. Doch am Ende des Tages scheint wieder die Sonne, unsere Sachen trocknen und wir erreichen gegen 17:00 Uhr die Bucht von Falmouth Harbour. Diese Bucht ist um einiges größer als English Harbour und wir finden auch recht bald einen schönen Platz zum Ankern. Am nächsten Morgen fahre ich mit dem Dingi zur Marina und gehe zum Nelson´s Dockyard zum Einklarieren. Die Anlage stammt aus dem 18. Jahrhundert und beherbergte in English Harbour als Hurikan Hole die Flotte der Engländer. Benannt ist die Anlage nach einem der bedeutendsten Seefahrer, Admiral Nelson. Wer an der Geschichte der Engländer als Seefahrt Nation interessiert ist sollte sich die Links einmal in Ruhe durchlesen. Viele Gebäude im Nelson´s Dockyard kommen mir bekannt vor, einige sind in den letzten Jahren noch restauriert wurden. Das Einklarieren geht mittlerweile über einen Computer. Damals habe ich fast eine Stunde zum Ausfüllen der ganzen Dokumente benötigt. 🙂 Zurück auf dem Boot lade ich Moni ins Dingi und zeige ihr die Umgebung. Anfangs war sie noch etwas skeptisch, aber es hat nicht lang gedauert und sie konnte meine Begeisterung teilen. Hier dreht sich Alles um´s Segeln. Das wissen natürlich auch die Schönen und Reichen und so liegen in den 3 Marinas rund um die Bucht einige wirklich große Yachten. 200 Fuß und mehr sind keine Seltenheit. Zusätzlich sind noch einige J Class Yachten vor Ort. Dies sind teils restaurierte und teils nachgebaute Yachten aus den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts. Mit ihnen wurde um den berühmten Americas Cup gesegelt. Hier werden sie ab dem 19. April an der Antigua Classic Week teilnehmen. Und dafür dass Antigua so beliebt ist, halten sich die Preise doch noch im Rahmen. Ein Bier oder der Rumpunsch kosten zur Happy Hour keine 2 Euro und das Ankern in den Buchten ist umsonst. Da haben wir z.Bsp. in so manch einer Bucht in Kroatien deutlich mehr bezahlt.

In den folgenden Tagen besuchten wir noch Shirley Heights zum Sundowner mit Barbecue und Steelband. Wir ankerten in der Marmora Bay als einzige Yacht. Hier hat mittlerweile eine noble Hotelanlage die kleine Kneipe von vor 17 Jahren verdrängt. Wir lagen 3 Tage vor Green Island an einer kostenlosen Mooringtonne und schnorchelten am Riff welches die Nonsuch Bay vom Atlantik trennt. Auf der Rückfahrt legten wir einen kurzen Stopp in Falmouth zum Einkaufen ein und nun liegen wir im Westen der Insel in der Deep Bay. Und weil es heute den ganzen Tag regnet habe ich mich aufgerafft und diesen Bericht geschrieben. Wenn morgen wieder die Sonne scheint geht´s zum Schnorcheln an das Wrack der Andes welche hier in der Mitte der Bucht auf Grund liegt.

English Habour im Vordergrund, Falmouth Habour im Hintergrund

Steelband auf Shirley Heights

Sundowner der seinem Namen alle Ehre macht

und so geht die Sonne unter wenn man(n) sie ordentlich verabschiedet!

irgendwo da unten liegt unsere mora vor Anker

einsam inmitten der Marmora Bay

um die halbe Bucht befindet sich jetzt eine noble Hotelanlage

die Anlage passt gut in die Landschaft

es wird sich um das Wohl aller Gäste gekümmert

die Liegen laden zu einem Mittagsschlaf ein

Schlauchbootwerbung vor Green Island

hinter dem Riff liegt Europa 🙂

Glasklares Wasser

da werde auch ich zur Wasserratte

4 Gedanken zu „Antigua

  1. Andrea

    Guten morgen
    Ich kann nur sagen wow, ein Traum, Ralph Du hast es wunderbar geschrieben, so ein bißchen hatte man das Gefühl , ich bin dabei.
    Und dann wieder die tollen Bilder
    Weiter so, ich werde immer wieder auf die schönen Bilder schauen
    ganz ganz liebe Grüße aus dem verschneien Bad Berleburg

    Antworten
    1. Marc Stolte

      Guten Morgen,

      Was für Tolle Berichte!
      Danke dafur. Es hat heute Morgen wieder gefroren -2 Grat.
      Da kann man besser im mehr springen

      Antworten
  2. 2 Rad Vagabund

    Hallo ihr zwei,
    wie gut das es bei euch auch mal Regnet, so kommen wir in den Genuss wieder schöne Bilder zu sehen und ein fast noch schönere Geschichte zu lesen.
    Euch weiterhin gutes gelingen und ab und zu mal ein Tag Regen damit wir noch mehr Bilder und Geschichten zu sehen bekommen.
    Euer
    2 Rad Vagabund

    Antworten
  3. Barbara

    Waaahnsinnsbilder!!! Und man erkennt allmählich echtes schrifstellerisches Talent bei Euch beiden. Sehr amüsant zu lesen. Mehr davon

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.