Überführung nach Fehmarn

Samstag 27.04.2013

Bruinisse bis Roompot Marina                Distanz 20 sm

Am Samstag d. 27.04.2013 um 11:15 Uhr ging die  Reise im Grevelinger Meer  los. Joeri, der Chef von House of Yachts, winkte uns von der Terrasse des Büros noch einmal zu doch wir waren in Gedanken schon fast in der Schleuse zur Osterschelde. Die Schleusung  verlief ohne Probleme und ab sofort hatten wir mit Strömung und Gezeiten zu planen. Bis zur Zeelandbrücke fuhren wir unter Motor, konnten die Brücke nach 30 min Wartezeit passieren und setzten danach zum ersten mal die Segel. An den Wochenenden zuvor sind wir nicht zum Segeln gekommen da wir zuerst ein paar Manöver unter Motor üben wollten. Aber jetzt standen die Segel und unser nächstes Ziel war die Roompot Marina. Gegen 16:00 Uhr lagen wir bei 20 kn aus NW am Außensteg längsseits.

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Sonntag 28.04.2013

Roompot Marina bis Scheveningen    Distanz 49,7 sm

Pünktlich um 6:00 Uhr ging der Wecker. Das ist nicht wirklich unsere Zeit aber wir wollten die Strömung entlang der Küste nach Norden nicht gleich zu Beginn gegenan haben. Nach dem Frühstück ging es unter Motor zur Roompot Schleuse. Diese trennt die Osterschelde von der Nordsee. Um 8:30 Uhr öffnete sich das Schleusentor und wir suchten uns den Weg zwischen den Tonnen. Bei sonnigem Wetter ohne Wind erreichten wir ca. 15:00 Uhr die Zufahrt nach Rotterdam. Kurz vor dem Queren des Fahrwassers erkundigten wir uns via VHF auf Kanal 11 bei der Verkehrszentrale nach freier Fahrt. Es war nicht viel Verkehr und wir konnten die Zufahrt ohne Wartezeit passieren. Um 17:00 Uhr sind wir bei 3 kn Strömung quer zur Einfahrt in den Vorhafen von Scheveningen eingelaufen. Um 17:30 Uhr lagen wir im südlichen Teil der Marina im 2. Hafen direkt vor den Duschen.

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Montag 29.04.2013

Scheveningen bis Den Helder              Distanz 60,1 sm

30 Minuten nach dem Ablegen um 7:30 Uhr konnten wir bei 20 kn Wind aus SW das Vorsegel setzen. Mit fast 6 Knoten Fahrt ging es gut voran. In der Höhe von Ijmuiden lies der Wind etwas nach und drehte nach Osten. Wir setzten zusätzlich das Großsegel und weiter ging die Reise. MORA lies sich bei diesen Bedingungen super steuern und es machte einen riesigen Spass an der Holländischen Küste entlang zu segeln. Gegen 17:30 starteten wir den Motor und suchten die Einfahrt zum Königlichem Marine Yachtclub Den Helder. Die Einfahrt ist nur wenige Meter breit und so war es am Ende des Tages noch einmal richtig spannend. Um 18:45 Uhr lagen wir am Steg nachdem uns ein einheimischer Segler beim Annehmen der Leinen behilflich war.

Kommentar der Crew zum Anlegemanöver:

Geht so …

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Dienstag 30.04.2013

Den Helder bis Vlieland                          Distanz 44,8 sm

Nachdem wir uns kurz vor der Abfahrt bei der Hafenmeisterin über die Strömungen im Molengat informiert hatten hieß es um 10:15 Uhr Leinen los. Nach einer Stunde Fahrt unter Motor erreichten wir die Meerenge zwischen Texel und der Sandbank Noorderhaaks. Ganz kurz vor Abfahrt hatten wir noch in der Yacht gelesen dass in diesem Frühjahr die Betonung im Molengat verändert wurde. Wir hatten die Strömung genau gegenan und fuhren sehr konzentriert jede einzelne Tonne ab. Hier kann ein Fehler das Ende der Reise bedeuten da es neben dem Fahrwasser nur 0,5 m tief ist und zudem eine sehr unangenehme Welle entstehen kann. Um 12:10 Uhr hatten wir die Enge passiert und die Fahrt ging an Texel vorbei in Richtung Vlieland. Wir setzen die Segel aber leider war nun Wind und Strömung genau gegenan und wir mussten die Strecke unter Motor zurücklegen um nicht zu spät an der Einfahrt zum Hafen zu sein. Diese Einfahrt sollte man bei Hoch- oder Niedrigwasser passieren weil zu anderen Zeiten der Strom mit bis zu 4 kn im Winkel von 90 ° zur Fahrtrichtung läuft. Mittlerweile war es schon 19:20 Uhr bis wir am Steg festmachen konnten. Im Hafen war sehr viel Betrieb und die anderen Yachten waren festlich geschmückt. Es war ja schliesslich der letzte Königinnen Tag. Ab sofort werden die Nachbarn den Tag wohl König Tag nennen.

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Mittwoch 01.05.2013

Hafen Vlieland

Heute ist Tag der Arbeit und das bedeutet das auch wir den Tag geniessen und uns die schöne Insel zu Fuss anschauen. In Holland sind Ferien und der Hafen ist voller Boote mit Kindern. Diese sind schon auf Sommer programmiert und vertreiben sich die Zeit mit Angeln und Baden… Wir haben Anfang Mai und das Wasser hat vielleicht 10 Grad. Die spinnen die Kids!

Donnerstag 02.05.2013

Hafen Vlieland

Bei einer Vorhersage von 25 kn aus NO und unserem geplantem Kurs nach NO entschliessen wir uns spontan zu einem weiterem Hafentag.

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Freitag 03.05.2013

Vlieland bis Borkum                                 Distanz 76,5 sm

Nach zwei entspannten Tagen sind wir wieder zu nachtschlafender Zeit aufgestanden um pünktlich 5:45 Uhr abzulegen. Zuerst ging es bei Flaute aus dem Hafen, an der Küste der Insel in Richtung Westen um nach den vorgelagerten Flachs  auf Kurs O-NO abzudrehen. Leider blieb es bei der Flaute und so sind wir an Terschelling, Ameland und Schiermonnikoog entlang unter Motor gefahren. Gegen 12:00 Uhr kippte der Strom und lief mit uns parallel zur Küste. An steuerbord passierten wir die letzten holländischen Inseln Rottumerplaat und Rottumeroog und wir befanden uns ab dort wieder in deutschen Gewässern. Die Gastlandflagge konnten wir vorerst im Schiff verstauen. In der Einfahrt zur Emsmündung nahm der Schiffsverkehr merklich zu und wir hatten ab sofort nicht nur auf die zahlreichen Tonnen des Fahrwassers sondern auch auf die Berufsschifffahrt zu achten. Um 17:00 Uhr waren wir an der Fischerbalje welche die Zufahrt zum Hafen auf Borkum markiert. Nach weiteren 40  Minuten lagen wir fest am Steg. Fast schon zu fest: Beim Anlegen hatte die MORA noch etwas viel Schwung und so ist nun ein brauner Fleck am Steven. Aber zum Glück hat das Holz auf dem GFK keine tiefen Schäden hinterlassen.

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Samstag 04.05.2013

Borkum bis Helgoland                             Distanz 80,7 sm

Sonnenaufgang um 5:50 Uhr, Ablegen um 5:51 Uhr!

Für diesen Tag hatten wir uns das Teilstück mit der größten Entfernung vorgenommen. Bei zunächst leichtem Wind aus West sind wir an der Küste von Borkum in Richtung Riffgat motort. Auf diesem Stück waren schon viele der neu gebauten Windräder im gleichnamigen Offshore Windpark „ Riffgat“ zu erkennen. Hier stehen 30 riesige Windräder auf einer Fläche von 6 Quadratkilometern. Nach Fertigstellung soll der Windpark über 100 000 Haushalte mit Strom versorgen. In Anbetracht der großen Konkurrenz versuchen auch wir etwas vom Wind abzubekommen und setzen um 8:30 Uhr Segel. Der Spass hält leider nur bis 10:00 Uhr und von da an läuft wieder der Motor. Wir sollten einen Durchschnitt von ca. 5 kn schaffen um im Hellen auf Helgoland anzulegen. Nach recht eintöniger Fahrt entlang der Inseln im Watt queren wir diverse Verkehrstrennungsgebiete. 17:00 Uhr liegt Deutschlands einzige Hochseeinsel voraus. Um 19:30 Uhr liegen wir als 5.Schiff im  Päckchen. Und das zu Beginn der Saison. Die Schiffe müssen im Sommer hier übereinander liegen.

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Sonntag 05.05.2013

Helgoland bis Brunsbüttel                     Distanz 57,1 sm

Nach dem Aufstehen geht es zum Hafenmeister und zum Wetterdienst. Es ist leichter, umlaufender Wind und Nebel vorhergesagt. Gegen Mittag Aussicht auf Besserung mit dem Nebel. Auf dem Rückweg noch schnell beim Schiffsausrüster Brötchen und zwei sehr preiswerte Flaschen guten Rum eingekauft. Die hochprozentigen Getränke sind im Vergleich zum Festland etwa 50 % günstiger. Da lohnt sich schon mal die Überfahrt von Cuxhaven. Um 10:30 Uhr legen wir ab und Setzen die Segel. In den nächsten drei Stunden geht die Fahrt gemütlich in Richtung Elbmündung an einigen Ankerliegern auf Reede vorbei. Danach schläft der Wind wieder ein und die Sicht verschlechtert sich. Wir starten den Motor. In Höhe Scharhörn nimmt die Sicht weiter ab und beträgt nur noch maximal 100 Meter, meistens weniger. Bei dem vielem Verkehr in der Elbe ist es jetzt nicht ganz ungefährlich. Wir fahren auf der linken Seite des Fahrwassers außerhalb der roten Tonnen. Zum Queren um auf die grüne, richtige Seite zu kommen ist die Sicht viel zu schlecht. Über VHF hören wir den Funkverkehr der Revierzentrale Cuxhaven. Einige Schiffe lassen sich per Funk ein Fenster zum Queren der Elbe erteilen. Wir trauen uns nicht nachzufragen weil unser Funkgerät noch vom Voreigner stammt, wir es bisher nicht umgemeldet haben und bei jedem Funkspruch als erstes das Rufzeichen abgefragt wird. So sind wir praktisch im Blindflug auf der falschen Seite der Autobahn unterwegs. O.K. Im Funk hören wir von einem Schiff das auf dem Radarleitstrahl entgegen kommt. Das sind dann wohl wir. Wenigstens die lückenlose Überwachung funktioniert. Von nun an verlassen wir uns auf unsere elektronische Seekarte im Plotter und fahren jede einzelne Tonne genau ab. Der Schrecken ist groß wenn wieder so ein riesiges Teil kurz vor dem Bug auftaucht. Als endlich Cuxhaven querab liegt wird die Sicht besser und wir beschliessen die Fahrt noch bis zur Schleuse vom Nord-Ostsee-Kanal fortzusetzen. Um 21:30 Uhr sind wir in der Schleuse und um 21:50 Uhr liegen wir im Yachthafen Brunsbüttel. Die örtliche Hafenkneipe hat leider schon geschlossen und so bleibt es beim Feierabend Bier an Bord.

Das war mal ein spannender Tag!

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Montag 06.05.2013

Brunsbüttel bis Kiel-Stickenhörn         DIstanz 55,7 sm

Der Tag beginnt mit einem Spaziergang zum Bäcker. Es gibt frisches Brot und belegte Brötchen für die 100 km lange Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal. Der Kanal verbindet seit 1895 die Nordsee mit der Ostsee. Zu Beginn ist es noch recht spannend wegen der vielen großen Schiffe welche den Kanal mit uns gemeinsam befahren. Nach geraumer Zeit siegt die lange Weile und wir beginnen uns mit den neuesten Nachrichten der Tageszeitung abzulenken. Das aufregendste an der Kanalfahrt ist immer das Passieren einer Weiche. An diesen Stellen müssen die  Berufsschiffe wegen den entgegen kommenden Schiffen warten. Dabei halten sie sich nur mit ihren Heck- und Bugstrahlrudern auf der Stelle. Wenn jetzt eine kleine Yacht wie wir an den Riesen vorbei fährt kann es zu einem seitlichem Versatz von einigen Metern kommen. Um 19:00 Uhr machen wir in der Schleuse Kiel-Holtenau fest, zahlen 18 € Gebühr für die Kanalnutzung und um 19:20 Uhr sind wir in unserer geliebten Ostsee. Noch schnell die kurze Strecke zum Yachthafen Kiel-Stickenhörn motort und der Tag geht bei schönstem Wetter zu Ende. Es war der erste Tag der Reise an dem wir mit T-Shirt und kurzer Hose unterwegs waren.

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Dienstag 07.05.2013

Kiel-Stickenhörn bis Fehmarn             Distanz 48,9 sm

6:00 Uhr Duschen im Yachthafen, das tat gut nach der letzten Dusche auf Vlieland! Um 7:15 Uhr sind wir bei schönstem Wetter zur letzen Etappe der Überführung gestartet. In Höhe des Ehrenmals der Marine in Laboe konnten wir Segel setzen und bei anfänglich leichtem, später stärkerem Wind aus Ost die Strecke nach Fehmarn fast vollständig unter Segeln zurücklegen. Das Schießgebiet Todendorf erreichten wir gegen 10:30 Uhr und waren verwundert über die vielen extra ausgelegten Bojen. Sicher ist Sicher. Gegen 14:30 Uhr konnten wir die Brücke über den Fehmarnsund bereits aus der Ferne erkennen und um 16:30 Uhr haben wir die Segel geborgen um das letze Stück unter Maschine zu fahren. Nach einem wunderschönem Segeltag erreichten wir um 18:00 Uhr den Yachthafen und die erste große Reise der MORA war zu Ende.

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