Archiv des Autors: Ralph

Die IGUAZU Wasserfälle, ein Highlight unserer Reise durch Südamerika

12.09. bis 16.09.2018

Im Nordosten von Argentinien, mitten im Regenwald an der Grenze zu Brasilien, liegen die wohl breitesten Wasserfälle der Erde. Die Iguazu Wasserfälle bestehen aus 20 großen und 255 kleineren Wasserfällen welche sich im gesamten auf eine Breite von 2700 Metern verteilen. Das Wasser fällt bis zu 82 Meter tief. Als größter zusammenhängender Wasserfall gilt die Teufelsschlucht mit einer Länge von ca. 700 Metern und einer Breite von 150 Metern. Durch diese Schlucht verläuft auch die Grenze zwischen Argentinien und Brasilien. Es liegen etwa 20% der Fälle auf brasilianischem Gebiet. Die gesamte Wassermenge beträgt je nach Jahreszeit zwischen 1,5 Millionen und 7 Millionen Litern Wasser pro Sekunde. Seit 1984 (Argentinien) und 1986 (Brasilien) gehören die beiden Nationalparks zum Welterbe der UNESCO. Soviel zu den rein statistischen Daten.

Nun zu unserem Abenteuer IGUAZU. Von unserem letztem Aufenthaltsort Salta in Argentinien trennten uns 24 Stunden Busfahrt bis nach Puerto Iguazu. Diese Stadt liegt auf der argentinischen Seite der Wasserfälle und hat sich, genau wie Foz do Iguacu in Brasilien, ganz dem Tourismus rund um die Wasserfälle verschrieben. Wir hatten uns für 4 Nächte im Pirayu Hotel & Resort niedergelassen. Die Unterkunft besteht aus vielen kleinen Bungalows mit Küche und ein bis zwei Schlafzimmern. Wir können die Anlage ohne Einschränkungen weiterempfehlen.

Nachdem wir uns von der Busfahrt erholt hatten waren wir an Tag zwei bereit für die Wasserfälle. Zuerst ging die Fahrt mit dem Bus einmal nach Brasilien. Vom Nationalpark auf der brasilianischen Seite hat man den besseren Überblick über das riesige Naturschauspiel. Im Nationalpark angekommen wurden wir, nachdem wir pro Nase 13 € Eintritt bezahlt hatten, in einem kleinem Bus zu einer ersten Aussichtsplattform gefahren. Von da an wandert man ca. 1 Stunde immer am Fluss entlang und hat einen atemberaubenden Blick auf die argentinische Seite der Wasserfälle. Danach geht es hinab ans Wasser und man kann über ein System von Brücken und Wegen ganz nah an die brasilianischen Fälle. Zu diesem Abenteuer gehört neben dem ohrenbetäubenden Lärm auch eine gehörige Dusche. Am Nachmittag haben wir noch dem benachbarten Vogelpark einen Besuch abgestattet. Hier werden zum Teil verletzte Wildtiere wieder aufgepäppelt und auch einige vom Aussterben bedrohte Vögel gezüchtet. Für 9 € Eintritt p.P. konnten wir jede Menge lustige Papageien, Flamingos, Kolibris und auch Schmetterlinge bewundern. Am Abend ging es mit dem Bus zurück nach Argentinien und wir hatten zusätzlich zu 4 neuen Stempeln im Pass auch schon einen ersten Eindruck der Wasserfälle.

Blick von der brasilianischen Seite

Iguazu Wasserfälle

Iguazu Wasserfälle

Iguazu Wasserfälle

Iguazu Wasserfälle

Iguazu Wasserfälle

Selfie am Fuß der brasilianischen Seite der Iguazu Wasserfälle

die brasilianische Seite der Iguazu Wasserfälle von oben betrachtet

Vogelpark

Vogelpark

Vogelpark

Vogelpark

Vogelpark

Vogelpark

Am nächsten Tag stand der erste Besuch der argentinischen Seite bevor. Diesmal konnten wir gleich vor unserem Hotel in den Bus steigen. Die Wasserfälle liegen etwa 20 Minuten außerhalb vom Ort. Im argentinischen Nationalpark zahlten wir 15 € Eintritt p.P. Darin enthalten ist dann auch eine Fahrt mit einer Mini Eisenbahn zu der etwas abseits gelegen Teufelsschlucht. Es gibt insgesamt 4 sehr gut ausgebaute Rundwege im Park und zusätzlich besteht die Möglichkeit zu einer Kanu Tour sowie einer Bootsfahrt unterhalb der Wasserfälle. Wir wanderten am ersten Tag entlang 2 beeindruckender Rundwege. Diese verlaufen oberhalb einiger sehr spektakulärer Fälle. Die Wassermassen fließen völlig belanglos und gemütlich über Stock und Stein bevor es urplötzlich senkrecht nach unten geht. Im Anschluss haben wir uns auf den Weg zur Teufelsschlucht gemacht. Zuerst geht es mit besagter Bahn etwa 10 Minuten flussaufwärts und dann weitere 10 Minuten über einen Stelzen Weg mitten auf die riesige Wasserfläche oberhalb der Schlucht. Hier angekommen standen wir dann mit offenem Mund und trauten kaum unseren Augen. Solch gewaltige Wassermassen welche über eine Breite von 700 Metern im Halbkreis in die Schlucht stürzen kann man sich vorher einfach nicht vorstellen. Einfach nur gigantisch! Wir standen bestimmt eine halbe Stunde nur so rum und genossen die Aussicht. Etwa hundert Fotos später sind wir dann zurück Richtung Bahn gelaufen und zum Ausgang gefahren. Dort ist es ganz wichtig, dass man sich für den 2. Tag registrieren lässt. Es wird die Passnummer notiert und daraufhin darf man am zweiten Tag zum halben Preis die Wasserfälle noch einmal besuchen.

Zu Besuch auf der argentinischen Seite der Iguazu Wasserfälle

Teufelsschlucht

Teufelsschlucht

Teufelsschlucht

Teufelsschlucht

Teufelsschlucht

Ich hatte wohl am ersten Tag in Brasilien ein bisschen zu viel Wasser abbekommen und eine Erkältung machte sich breit. Das erste mal Schnupfen seit über 2 Jahren. Schöner Schei… Deshalb bin ich dann am nächsten Tag mal lieber im Bungalow geblieben und Moni hat sich allein auf den Weg gemacht um den Rest des argentinischen Naturparks zu erkunden. Ihr Weg führte sie unterhalb der Route vom Vortag entlang der kleineren Wasserfälle. Diese waren aber von unten betrachtet auch schon ganz schön riesig. Und dann war sie auch noch an einem natürlichem Pool in dem man direkt unter einem der Wasserfälle Baden kann. Trotz Verbots Schilder stürzten sich einige Leute in die kalten Wassermassen. Zurück am Bungalow waren wir uns beide einig, dass sich der Besuch an den Iguazu Wasserfällen auf jeden Fall gelohnt hat. Und das trotz der bevorstehenden Busfahrt nach Bolivien, welche im ganzen fast 46 Stunden dauern sollte. Aber davon gibt es dann im nächsten Eintrag mehr zu Lesen.

Die argentinischen Iguazu Wasserfälle von unten

Iguazu Wasserfälle

Adam und Eva

Pool zum Erfrischen

Pilze im Regenwald

Suchbild mit Schmetterling

 

Die Atacama Wüste

05.09. bis 08.09.2018

Nach einer etwas holprigen Busfahrt von Arequipa sind wir am frühen Morgen des 05. September in San Pedro de Atacama in Chile angekommen. Bereits die ersten Schritte durch die staubigen Straßen des kleinen Ortes lassen uns erahnen dass es hier schon länger keinen Regen gegeben hat. Und genau dies ist auch der Grund unserer Reise in die Atacama Wüste. Sie erstreckt sich über 1200 km von Tacna in Süd Peru bis Copiapo in Chile, immer entlang der Anden. Mit einem Niederschlag von zum Teil unter 0,1 mm pro Quadratmeter im Jahr (das sind 0,1 Liter) gilt diese Wüste als die trockenste der Welt. Es gibt Gegenden wo es seit mehreren Jahrzehnten nicht geregnet hat. Und was genau wollen wir nun hier? Uns zieht es der beeindruckenden Landschaft wegen sowie zum Sterne gucken an diesen abgelegenen Fleck. Wir buchen wir bei einem örtlichen Reiseveranstalter zwei Touren. Zuerst eine Astronomie Tour von 21:00 bis 23:00 Uhr. Aufgrund der extremen Trockenheit bietet sich die Wüste regelrecht zum Sterne beobachten an. An etwa 340 Tagen im Jahr ist nicht einmal eine Wolke am Himmel zu sehen. Es gibt kaum größere Städte in der Umgebung von welchen Fremdlicht die Luft verschmutzten kann. Auf einer Höhe von etwa 2500 Metern ist man der Stratosphäre schon etwas näher. Die Luftfeuchtigkeit beträgt zum Teil nur 5%. Zu guter letzt waren wir auch noch einen Tag vor Neumond hier. Besser kann man es kaum treffen. Am Anfang unserer Tour sind wir ca. 10 Minuten mit einem Kleinbus von San Pedro weggefahren. Beim Aussteigen sahen wir schon kaum noch die Hand vor den Augen. Dann hat unsere Gruppe im Halbkreis in Liegestühlen Platz genommen und bereits mit dem erstem Blick in den Nachthimmel waren wir von dem Anblick regelrecht verzaubert. Unser Guide erklärte uns zuerst die Besonderheiten der Wüste und dann zeigte er uns einige Planeten sowie Sternbilder am Himmel. Hier konnten wir nun auch das berühmte Kreuz des Südens zum ersten Mal bewundern. Außerdem waren wir natürlich beeindruckt von der Milchstraße. So intensiv und klar haben wir sie selbst auf dem Atlantik nicht zu Gesicht bekommen. Nach einer Pause zum Aufwärmen mit Kaffee, Kakao, Knabbereien und Chilenischem Wein begann der zweite Teil des Abends. Wir konnten durch insgesamt 5 Teleskope verschiedene Sterne, Sternen Nebel sowie verschiedene Planeten betrachten. Alles in allem ein unvergessliches Erlebnis. Und so träumten wir anschließend in unserem Hostel von einem Flug durch das Universum. Leider hatte dieser Traum dann um kurz vor 6 Uhr ein jähes Ende. Um 7 Uhr begann unser nächstes Abenteuer. Diesmal ging es mit einem kleinen Bus auf eine Tagestour zu Salzseen, Gletschern und ins Hochplateaus der Anden. Wir besuchten den Salar de Atacama. Ein Salzsumpf mit einer Ausdehnung von 90 km mal 35 km. Dort konnten wir neben der gigantischen Landschaft auch noch die hier vorkommenden Flamingos bewundern. Sie ernähren sich von den, an den hohen Salzgehalt angepassten, Schalentieren im Sumpf. Das beeindruckendste ist aber, dass das Wasser im Sumpf nur das Schmelzwasser von den Gipfeln der Anden ist. Die Berge fangen sämtliche Wolken aus Osten ab und der Niederschlag fällt in Form von Schnee auf den Gipfeln. Das Schmelzwasser fliest dann, zum Teil unterirdisch, in den Sumpf bzw. in die umliegenden Oasen in die Wüste. Tolle Natur! Weiter ging unsere Fahrt vorbei an einigen Vulkanen. Chile liegt auf dem pazifischen Feuerring und in ganz Chile gibt es über 2000 Vulkane. Eine ganze Reihe sind noch heute aktiv. Entlang der zum Teil schneebedeckten Gipfel ging es weiter. Wir fuhren als nächstes zu den Piedras Rojas (rote Felsen). Nach einer Pause zum Mittagessen erreichten wir die Laguna Miscanti. Ein gut 13 km² großer Salzsee auf 4140 Meter Höhe. Bei strahlendem Sonnenschein betrachteten wir den See wobei wir zum Teil mit den Schuhen im Schnee standen. Von da ging unsere Fahrt über den kleinen Ort Toconao zurück nach San Pedro de Atacama. Eine Tour über 9 Stunden und ein voller Erfolg. Wären wir noch einen Tag länger geblieben hätten wir außerdem Zeit für das Valle de la Luna gehabt. Ein Tal in der Wüste, welches den Gegebenheiten auf dem Mond so nahe kommt, dass schon die NASA ihre Mondfähren hier getestet hat. Wir konnten den Eingang zum Mondtal leider nur kurz während der Busfahrt nach San Pedro bewundern. Am Morgen des 8. September starteten wir mit dem Bus nach Argentinien. Davon später mehr. Jetzt gibt es noch ein paar Bilder aus der Atacama Wüste.

Die staubigen Straßen der 4000 Seelen Gemeinde San Pedro de Atacama

Flamingos im Salar de Atacama

mit Staub überzogenes Salz im Salar de Atacama

Moni in Chile

und der Ralph war auch in Chile

Frühstück im Salar de Atacama

Selfie im Bus durch die Wüste

Moni inmitten der roten Felsen von Piedras rojas

Porträt mit Vulkan

Mirador vor den Anden

Blick auf die Laguna Miscanti

vom Winde verwehter Schnee

und noch mehr Schnee

Auf 4140 Metern ist es ganz schön frisch

Posen mit Vulkan

der Verkehr hält sich in Grenzen, da kann man auch mal für einen Fotostopp pausieren!

Machu Picchu

Machu Picchu, eines der Weltwunder unserer Zeit. Im 15. Jahrhundert von den Inka‘s errichtet und kurz nach der Eroberung Cuscos durch die Spanier ab 1533 in Vergessenheit geraten. Im Jahr 1911 wurde die Stadt durch den amerikanischen Historiker Hiram Bingham mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung wiederentdeckt. Für nahezu jeden Touristen welcher in die ehemalige Inka Hauptstadt Cusco kommt, gehört ein Besuch der wohl bekanntesten Inka Stadt Machu Pichu zum Pflichtprogramm.

Im Zentrum von Cusco werben dutzende Anbieter für eine Tour nach Machu Picchu. Die anspruchsvollste Tour ist über 4 Tage zu Fuß auf dem alten Inka Trail. Geschlafen wird in Zelten und es geht bis auf 4200 Meter Höhe. Dabei erreicht man Machu Picchu durch das Sonnentour, durch welches schon der Inka König getragen wurde. Dumm nur dass die Tour auf Grund ihrer Beliebtheit meist für mehrere Monate im Voraus ausgebucht ist. Alternativ zu diesem Treck kann man die Salkantay Tour über 5 Tage machen. Der Ablauf ist ähnlich, es sind gut 60 Kilometer über die Berge zu Wandern mit Übernachtungen im Zelt. Hier geht es sogar bis auf 4650 Meter. Kosten zwischen 200 und gut 300 Dollar All Inklusive, je nachdem ob man für die Rückfahrt nach Cusco den Bus oder die historische Bahn nimmt. Diese Tour klang für uns beide ziemlich verlockend. Auf Grund der Dauer und der Empfohlenen Aklimatisierung von 2 bis 3 Tagen vor der Tour sollte man aber mindesten 9, besser 10 Tage in Cusco plus Umgebung einplanen. Das war für uns nun etwas viel. Wir hatten ja noch ein paar Ziele in Südamerika vor uns.

Aber es gibt weitere Angebote. Eine Eintagestour ab Cusco mit An-und Abreise mit der Bahn, mit dem Bus auf den Berg und Führung durch Machu Picchu. Die Kosten für diese Tour ab 280 Dollar. Und dann noch eine etwas sportlichere Variante. Am ersten Tag 6 Stunden Busfahrt durch atemberaubende Landschaft nach Hidro Electrica. Dann 3 Stunden Wanderung entlang der Bahngleise nach Aguas Calientes, (Ort zu Füßen von Machu Picchu). Dort wird dann in einem einfachem Hostel übernachtet. Der zweite Tag beginnt um 4 Uhr mit dem Anmarsch zur Talstation. Von dort Aufstieg von 2000 Meter auf 2430 Meter. Ab 6 Uhr öffnet das Tor zu Machu Picchu. Da gibt es dann eine 2 stündige Führung auf englisch. Gegen 11 Uhr wieder runter vom Berg und anschließend nur noch die 3 Stunden zurück nach Hidro Electrica wo der Bus für die 6 stündige Rückfahrt wartet. Die Kosten dafür liegen bei 100 Dollar inklusive Busfahrt, Mittag- und Abendessen, Hostel sowie Lunchpaket für Tag 2. Dies Tour fand unseren Zuspruch. Nicht zu teuer und die 8 Stunden Wanderung sollen ja auch ohne Probleme zu schaffen sein.

Also begann am Di. d. 28.08. unser Tag um 6 Uhr. Aufstehen, Wasser ins Gesicht, die kleinen Rucksäcke mit dem Nötigsten  gepackt, den Rest in die großen Backpacks und für einen Tag im Hostel untergestellt. Noch schnell einen Kakao auf die Hand und Abmarsch ohne Frühstück. Um 7:30 Uhr war Treffpunkt am Büro des Tour Veranstalters. Da die Türen noch verschlossen waren hatten wir Zeit für ein Baguette und ein Schokocroissant. Mit südamerikanischer Gemütlichkeit begann die Fahrt nach dem Besuch einer Tankstelle um kurz nach 9 Uhr in einem kleinem Mercedes Bus. Unsere Mitreisenden waren so zwischen 20 und 30 Jahre alt. Die Fahrt war sehr angenehm. Es ging auf kurvenreicher Strecke bergauf auf gut 4100 Meter und wieder auf 1800 Meter hinunter. Wir staunten über die schneebedeckten Gipfel der Anden und manchmal wurde uns ganz warm ums Herz wenn es mal wieder um eine Kurve ging wo wir den Abgrund in 400 Metern Tiefe erkennen konnten. Bereits um kurz nach 14 Uhr erreichten wir das erste Ziel Hidro Electrica. Seinen Namen hat der kleine Fleck am AdW durch das gleichnamige Wasserkraft. Das Kraftwerk ist dann auch der Grund warum die Bahngleise bis hierhin gehen und nicht schon in Aguas Calientes enden. Wir erhielten vor Ort unser gebuchtes Lunch in Form eines guten Menü des Tages.

Um 15 Uhr begann die Wanderung entlang der Bahngleise. Der Weg hat keine nennenswerte Steigung. Es läuft sich aber nicht überall so gut da es zum Teil durch das Schotterbett der Schienen geht. Wir wanderten in herrlicher Umgebung, meistens am Fluss, rechts und links von uns die Berge und entlang der Strecke gibt es neben einigen Bananen Plantagen auch hin und wieder ein paar Stände mit Obst und Getränken. Nach gut einer Stunde kamen uns einige Wanderer mit Regensachen entgegen. Manche von denen hatten sogar noch nasse Haare. Und ehe wir uns versahen zog sich der Himmel zu und es begann zu regnen. Anfangs nur ein bisschen, später mit Donner, Hagel und allem was dazu gehört. Jetzt war es Zeit dass wir uns kurz unterstellten und die Regenjacke anzogen. Nach einer Weile mussten wir trotzdem wieder los. Es waren noch 90 min bis Aguas Calientes und um 18 Uhr ist es hier finster. Also ging es schnellen Schrittes weiter und nach einer Weile begann die Kleidung am Körper leicht zu trocknen. Um kurz nach 18 Uhr erreichten wir dann auch das Hostel. Schnell umziehen und gegen 19 Uhr sollten wir unseren Guide für den nächsten Tag beim Abendessen treffen. Als wir dann endlich um 20:30 Uhr alle Infos hatten war es Zeit zum Schlafen.

Der Wecker war auf 3:30 Uhr gestellt. Genau meine Zeit. Aber bei unserem Start um 4:00 Uhr waren wir noch nicht mal die ersten. Wir wanderten ins Tal zur ersten Ticket Kontrolle. Um 4:30 Uhr angekommen erfuhren wir dass erst ab 5:00 Uhr Einlass ist. So standen wir nun mit Kopflampe im Dunkeln und warteten noch 30 min. Aber dafür waren wir ca. an Platz 50 in der Schlange. Bei dem Bus stehen die Besucher auch ab 4:00 Uhr an. Der erste Bus fährt um halb sechs. Bis dahin ist die Schlange dann auf über 500 Leute angewachsen. Für uns öffnete sich pünktlich um 5:00 Uhr das Tor. Und es war das Tor zur Tour der Hölle. 1749 Meter Wegstrecke über Stufen und Steine. Gefühlt senkrecht nach oben. Selbst ganz junge Hüpfer um die 20 sind anständig ins Schwitzen gekommen. Ihr wollt euch nicht vorstellen wie es uns erging. Nach tausend Flüchen und eine gute Stunde später standen wir vorm Einlass zu Machu Picchu. Alle waren pünktlich, nur von unserem Englisch sprechenden Guide keine Spur. Schöne Schei…! Der Vorteil des frühen Start‘s ist eigentlich, dass man noch recht allein in der Anlage unterwegs ist. Wenn erstmal die ganzen Busse da sind wird es voll.

Um 7:00 Uhr begann unsere Führung. Der Guide erklärte uns sehr viel über Machu Picchu, die Bedeutung der Stätte für die Inka, die Geschichte des Inka Reiches bis zur Eroberung durch die Spanier und auch über die Wiederentdeckung von Machu Picchu im Jahr 1911. All die Informationen hier aufzuführen würde wahrscheinlich eure Lust am Lesen überstrapazieren. Aber für die Neugierigen unter euch kann ich die Google Suche nach Cusco, Inkareich und Machu Picchu empfehlen.

Wir beide haben den Anblick der Ruine und der Umgebung in vollen Zügen genossen. Gegen 11 Uhr war die Zeit gekommen an die Rückkehr nach Cusco zu denken. Weil wir den Aufstieg noch immer in den Knochen spürten wählten wir zurück ins Tal den Bus. Dann wieder knapp 3 Stunden an den Bahngleisen zurück nach Hidro Electrica gewandert und nach gut 6 Stunden Busfahrt erreichten wir müde, kaputt und doch zufrieden unser Hostel in Cusco. Die Tour war anstrengend und zufriedenstellend gleichermaßen. Wer in der Gegend um Cusco ist sollte auf keinen Fall einen Besuch von Machu Picchu versäumen. Und mit ein paar Tagen Abstand sind wir doch ganz schön stolz, dass wir auf den Berg gewandert sind. Busfahren können wir wenn wir alt sind!!

Einzig die Rückfahrt nach Cusco würden wir beim nächsten mal mit dem Zug machen. Das geht schneller und von der Landschaft bekommt man im Dunkeln eh nichts mit. Jetzt noch eine kleine Auswahl an Bildern damit sich das Lesen auch für euch gelohnt hat.

Kaffeepause während der Fahrt nach Hidro Electrica

Landschaft

Vegetation

mit guter Stimmung beginnt die Wanderung

immer an den Gleisen entlang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natur pur

Wenn der Zug kommt…

… sollte man zur Seite gehen

nach dem großen Regen hatten wir nach einen ganz besonderen Anblick

wer zu faul zum Wandern ist fährt mit dem Zug

Der Weg zu Machu Picchu geht steil nach oben

Hier ist es mal nicht ganz so steil, da bleibt Zeit für ein Foto

Der Blick zurück ins Tal

Machu Picchu kurz vor Sonnenaufgang

Der Tag beginnt

Postkarten Motiv

Im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel der Anden

Terrassen für die Landwirtschaft in verschiedenen Höhenlagen

solides Fundament

Mauern

Hauswand

Zimmer

Die Nachbarn

Ein nachgebautes Strohdach

Mutter und Tochter

neugieriger Nachwuchs

Die Bauweise des Tempels ist beeindruckend

noch mehr Mauern

Blick über den Dorfplatz

Sonnenstrahlen

Wir waren begeistert!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reisen auf dem Amazonas

20.08. bis 23.08.2018
Der Amazonas ist das größte Flusssystem der Welt, hat eine ungefähre Länge von 7000 km und wird von etwa 10.000 Flüssen mit Wasser gespeist. Die größte direkt am Amazonas gelegene Stadt ist Iquitos in Peru. Iquitos ist gleichzeitig auch die weltweit größte Stadt welche auf Grund ihrer Lage im Dschungel nur mit dem Schiff oder per Flugzeug zu erreichen ist. Und da wir ja eh schon einmal Die in Leticia waren, dann bietet sich doch eine Fahrt mit dem Schiff in das 371 km Luftlinie entfernte Iquitos an. Für die Reise kann man zwischen 2 Optionen wählen. Eine Tagestour mit einer Schnellfähre in ca. 10 Stunden oder eine Anreise per Frachtschiff. Die Variante mit dem Frachtschiff dauerte in unserem Fall 58 Stunden. Und nun wisst ihr auch schon für welche Art des Reisens wir uns entschieden hatten. Bei der Schnellfähre rast man mit über 20 Knoten durch die Landschaft. Da bleibt ja kaum Zeit Land und Leute kennenzulernen… Nach dem Reinfall mit der Tagestour in den Dschungel hatte ich ja bei Moni einiges gutzumachen und so versprachen wir uns von der Reise einen tiefen Einblick in das Leben am Amazonas. Bei der gemütlichen Fahrt schläft man in der selbst mitzubringenden Hängematte auf dem oberen oder im Zwischendeck. Unten lagern allerlei Lebensmittel, Getränke, Baustoffe, Werkzeug u.s.w. Halt alles was von A nach B transportiert werden muss und von den Anwohnern am Fluss gebraucht wird. Zurück zur Hängematte. Als wir am Nachmittag den Frachter bestiegen waren bereits einige Plätze im Zwischendeck belegt. Aber das störte uns nicht weiter. Wir wollten ja wegen der Landschaft nach oben. Und wir waren die ersten auf dem oberen Deck! Unter einem leicht angerosteten Dach verlaufen in Längsrichtung einige massive Stangen aus Stahl. Diese sollten unsere Hängematten in den nächsten Tagen gut halten. Rings um den Kahn war eine löchrige alte LKW Plane montiert. Diese war am Tag aufgerollt wegen der guten Sicht und zur Nacht wurde sie als Windschutz nach unten gelassen.
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In den folgenden 2 Stunden nach unserer Ankunft füllte sich das Zwischendeck immer weiter und zu uns kam nur ein einsamer Franzose. Er war sicher auch so an der Landschaft interessiert wie wir. Ganz zuletzt gesellte sich doch noch eine Truppe reiselustiger junger Nonnen in Jeansrock, schicken Blusen und schwarzem Kopfschmuck auf unsere Etage. Mittlerweile war die Sonne schon lange untergegangen und der Kapitän startete den Motor. Das Abenteuer konnte beginnen. Der Motor war schon ähnlich alt wie der Frachter und somit auch nicht ganz so leise. Aber das störte zu dem Zeitpunkt nicht wirklich. Wir waren ja noch damit beschäftigt eine angenehme Position in der Hängematte zu finden. Nach einer Weile startete der Bootsmann eine DVD mit alten Rambo Filmen und wir tuckerten im Takt der Maschine Flussaufwärts. Ich genoss mein Feierabend Bier. Als ich später noch einmal zur Toilette zum Zwischendeck gelaufen bin habe ich mich auch gleich richtig erschrocken. Die Umgebung war stockdunkel, das Wasser des Amazonas war nicht mehr von den Bäumen am Ufer zu unterscheiden und zu dem Dröhnen des Motors gesellten sich fremde Geräusche von Fröschen, Vögeln oder was weiß ich. Es war gespenstisch. Aber so hatte ich in den nächsten Stunden wenigstens etwas spannendes in meinen Träumen zu verarbeiten. Die erste Nacht haben wir recht gut geschlafen. Nur ab und an wurden wir wach wenn der Frachter langsamer wurde und irgendwo im Nirgendwo für neue Passagiere gehalten hat. Diese gesellten sich zu uns aufs Oberdeck. Fazit nach der ersten Nacht. Auf dem Amazonas weht ein kühles Lüftchen und man sollte zur Hängematte auch noch eine Kuscheldecke dabeihaben. Da ich meine Decke großzügig an Moni abgegeben hatte, war ich über die langen Unterhosen erfreut welche ich noch in meinem Rucksack fand. Dann erhielten wir gegen 7:00 Uhr unser Frühstück. Zwei kleine süße Brötchen und eine Tasse warme Maissuppe. Diese schmeckte wie Haferschleim mit etwas Zucker. Ungewohnt aber essbar.

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Die nächsten Stunden verbrachten wir mit Lesen, Leute beobachten, Amazonas beobachten und uns auf das Mittagessen freuen. Es wurde Reis mit etwas Hühnchen und einer Brise Gemüse serviert. Lecker! Bis zum Abendessen dann das gleiche Spiel mit einer winzigen Unterbrechung. Zuerst wurde es nur etwas dunkler. Dann begann es leicht zu regnen. Dann hat der Wind etwas zugenommen und dann das Finale. Ein Amazonas Regenguss vom feinsten! Auch wenn wir mit vereinten Kräften unsere löchrige LKW Plane in Windeseile nach unten gebunden hatten war das ganze Deck klitschnass. Also schnell noch die Rucksäcke nach oben gebunden und schon konnten wir uns wieder in die Hängematte begeben. Nur war die nun leider auch etwas Klamm. Ich glaube bis kurz vor diesem Moment hatte Moni wirklich Gefallen gefunden an dem Abenteuer Amazonas. Als es dann später einen Teller heiße Suppe mit Nudeln und Huhn gab sah die Welt aber schon wieder besser aus. So verging der Tag, die zweite Nacht war noch etwas kälter als die erste und wir freuten uns am kommenden Morgen ganz doll als auf einmal der Bootsmann mit der Maissuppe auf unserem Deck erschien. Dann verbrachten wir wieder viel Zeit mit Lesen und jedesmal wenn der Motor langsamer wurde war dies das Zeichen dass wir in einem Micro Dorf angekommen waren und jemand ein- oder aussteigen wollte. Manche der Dörfer hatten richtige Häuser aus Stein mit Blechdach, manchmal auch eine kleine Kirche und einen Bolzplatz. An anderen Stellen stand nur ein einziges Haus aus Bambus mit Strohdach. Aber egal, unser Kapitän konnte überall anhalten. Er fuhr einfach mit der Landebrücke gegen das Ufer und behielt leichte Vorausfahrt im Schiff.

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Wenn der Halt mal etwas länger dauerte kamen sofort viele der Dorfbewohner auf die Fähre und versuchten Wasser, Saft, Eis, Bonbons, Mittagessen, Früchte oder auch Zeitungen an die Kundschaft zu bringen. Unter den Händlern waren sehr viele Kinder und Jugendliche. Die gehören ja eigentlich in die Schule. Aber in den ganz kleinen Orten ist es um die Schulbildung wohl eher schlecht gestellt. Daraus resultiert dann wohl leider auch ein weiteres Problem. Das Umweltbewusstsein von Jung bis Alt ist auf dem Stand geblieben als noch alles in Bananen Blätter eingewickelt war. Jeder schmeißt seinen Dreck einfach in den Amazonas. Und das ganz ohne schlechtes Gewissen. Als ich eine der Nonnen mit kritischem Blick beobachtete wie sie die Verpackung der neuen Schuhe über Bord geschmissen hat gab sie mir mit ihrem Ausdruck zu verstehen dass wir beiden keine Freunde mehr werden. Armer Amazonas! Arme Umwelt und vor allen mag ich mir kaum vorstellen was auf den folgenden 5500 km noch so alles in dem Fluss landet. Zurück zu unserer Reise. Die Tage und Nächte auf dem Frachter gleichen sich im großen und ganzen. Und so waren wir nach der dritten kalten Nacht recht froh als wir endlich Iquitos erreichten. Wir hatten das Abenteuer gut überstanden und freuten uns nun auf unser Hotel im Zentrum der Stadt mit Dusche und Doppelbett. Im Nachhinein betrachtet hat sich die Fahrt aber auf jeden Fall gelohnt. Landschaft ohne Ende und ein Einblick in das Leben am und mit dem Fluss. Und das ein oder andere mal haben wir uns auch Gedanken gemacht wie gut wir es doch hatten dass uns der Storch nicht hier im Dschungel abgesetzt hat.
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Und wenn jetzt jemand der Leserschaft auf den Geschmack gekommen ist vielleicht noch ein paar kleine Anregungen zum Nachmachen. Fahrt auf jeden Fall flussaufwärts. Wegen der starken Strömung in der Mitte fährt  man immer schön am Rand im Zentrum des Geschehens. Kauft die Hängematte nicht im Touristen Laden sondern bei Muttern um die Ecke. Diese sind dann für das gleiche Geld doppelt so breit und aus dicker Wolle. Die hält viel besser die Wärme. Und wenn die Einheimischen auf dem Zwischendeck schlafen, dann weil sie mit den Regengüssen am Amazonas aufgewachsen sind…
Zu Iquitos selbst gibt es nicht so viel zu berichten. Die goldenen Jahre der Kautschuk Barone zu Anfang des letzten Jahrhunderts haben einige große Herrenhäuser hinterlassen. Diese sind nun aber so langsam dem Verfall preisgegeben. Auf den Straßen ist es ähnlich laut wie in Leticia weil diese auch hier von endlos vielen Tuk Tuk’s befahren werden. Die Stadt dient vornehmlich als Ausgangspunkt für Dschungel Touren oder in unserem Fall zum Weiterflug nach Cusco. Von dort dürft ihr in ein paar Tagen den nächsten Bericht erwarten.