Archiv der Kategorie: Saison 2019

Bermuda

07.06.2019 bis 16.06.2019

Das Ankerfeld von St. Georges, Bermudas war gut besucht. Weil unser Außenbordmotor nicht der schnellste ist, verlegten wir uns nach dem Einklarieren am Custom Steg in die Nähe vom Dinghi Dock vor Anker. Am nächsten Tag erkundeten wir das nähere Umfeld und der erste Eindruck von St. Georges war überaus positiv. Zu einem ist das Anlegen mit dem Beiboot umsonst, was nicht überall der Fall ist und das Dock war auch in einem guten Zustand.  Ein paar Schritte weiter gelangten wir auf dem Rathausplatz mit einem guten WiFi-Empfang, gemütlichen Bänken und Blumenkübeln ringsum und alten sehr gepflegten Häusern. Nirgendwo liegt Müll rum und wirklich alles ist sehr sauber.

St. Georges war die ehemalige Hauptstadt der Bermudas und lebt heute vom Tourismus. Es gibt viele exquisite Schmuckläden, viele Restaurants und eine kleine Shoppingmeile. Der einfache Segler aber holt sich sein Bier im Supermarkt, das Sixpack für 8,50$ und trifft sich auf dem Rathausplatz. Die Restaurantpreise kann sich keiner leisten. Ein einfaches Essen ( Burger) mit Getränken kann schnell 30 $ pro Person kosten. Ein Bier gibt es für 10$. 🙁 So kam es, dass wir mit der Crew der Mila am Sonntag auf einer kleinen Insel innerhalb der großen Bucht zum Grillen gefahren sind. Dort gab es einen Grillplatz, das Holz suchten wir uns auf der Insel und ein Grillfeuer war schnell entfacht. Das Fleisch kauften wir im Supermarkt, was zwar auch nicht günstig war, aber der gemütliche Abend war unbezahlbar.

Das Erkunden von St. Georges und Umgebung kann man problemlos zu Fuß erledigen. Es gibt Hinweisschilder zu allen in der Nähe befindlichen Attraktivitäten. In der Hauptsache alte Forts mit großen Kanonen, schöne kleine Strände und kleine Sträßchen. Alles ist sehr grün und mit vielen Blumen bewachsen. Außerdem gibt eine stillgelegte Bahntrasse auf der man wunderschön spazieren kann.

Für die weitere Umgebung und um mal in die Hauptstadt Hamilton zu gelangen kann man sich für 19$ ein Tagesticket kaufen und mit allen Bussen und Fähren den ganzen Tag auf der Insel Hin-und Herfahren. Das haben wir gemacht und es lohnt sich auf jeden Fall. Bermuda ist eine wunderbare Insel, sehr teuer zwar aber auf jeden Fall sehenswert.

Die große Bucht vor St. George liegt sehr ruhig, kein Schwell, das Wasser ist sauber wenn auch ein bisschen trüb. Aber man merkt, das wir weiter im Norden sind, das Wasser hat nur noch 22 Grad und die Temperaturen am Abend sind auch nur noch bei ca. 25 Grad. Auf dem gleichen Breitengrad wie Bermuda liegt in Europa Madeira. Langsam müssen wir uns wieder an die Kälte gewöhnen. Doch bevor es für uns ganz bitter wird geht es morgen an die Süd West Küste der Inseln um noch einmal mit Schildkröten zu Schwimmen und am Dienstag morgen wird schnell noch steuerfrei Getankt. Bei einer Abnahme von 950 Litern und mehr kommt der Tankwagen nach St. Georges an die Pier gefahren. Bei Mindermengen muss man mit dem Schiff  zu den Dock Yards im Süden fahren und kann dann mit der Steuerbefreiung vom Custom Office den Diesel zu unglaublich günstigen 66 Cent pro Liter Tanken. Ohne diesen Vorteil kostet der Liter 1,92 US$. Ein ganz besonderer Dank für diesen Tip geht an die Crew der Salmon! 🙂

Wie immer warten wir auf ein passendes Windfenster um weiter zu kommen. Der nächste lange Schlag von ca. 1.800 sm geht zu den Azoren und dort ist es für uns bitterkalt. 🙁 Am Dienstag den 18.6. sollte es losgehen. Die Reisedauer planen wir mit 2,5 bis 3 Wochen. Je nach Lage und Ausdehnung des Azorenhochs.

Wir werden von unterwegs per Satellitentelefon ein paar Zeilen über unseren Standort und die neuesten Ereignissen berichten.

Ankerfeld vor St. Georges

unsere mora mittendrin 🙂

pastellfarbene Häuser säumen die Strassen und Plätze von St. Georges

überall ist es sehr Sauber

es scheint als ob bei der Baugenehmigung die Farbe mitbestimmt wird, damit ein harmonisches Stadtbild entsteht. 🙂

die Grünflächen sind bestens gepflegt

die Dächer sind wegen der Hurrikan Gefahr alle verputzt, weis gestrichen und haben ein System zum Auffangen des Niederschlages, auf den Bermudas gibt es keine Flüsse und so wird jeder Tropfen Wasser gesammelt

traumhafte angelegte englische Gärten vor den Häusern

die Insel ist übersät mit öffentlichen Parkanlagen. und ALLE sind in einem Super Zustand und ohne einen Schnipsel Müll

die Stadthalle von St. Georges

Im Inneren der Stadthalle kann man die Einrichtung bewundern und sich in ein Besucher Buch eintragen

das Leben auf den Bermudas ist nicht billig! 750 Gramm Pasta von der heißen Theke im Supermarkt kosten 15 US$, da wird der Hunger ganz klein und eine Portion reicht locker für zwei 🙂

Kathedrale in der Hauptstadt Hamilton

Bermuda ist von unzähligen Felsen und dem nördlichsten Korallen Riff der Welt umgeben, ein natürlicher Schutzwall der Extra Klasse

die Engländer haben zusätzlich noch dutzende Forts zum Schutz der Inseln errichtet

Fort St. Catherine vom Wasser aus

Kanone im Fort Alexandra

diese Kanonen beschützen den Town Cut, die Einfahrt zur Ankerbucht vor St. Georges

und hier kann man wie Münchhausen auf der Kanonenkugel reiten oder die Reise zum Mond antreten… 🙂

da wir schon länger keine Leuchttürme mehr im Blog hatten kommt hier St. Davids Lighthouse

und hier Gibbs Hill Lighthouse

das ist die über 2 Meter hohe Fresnel Linse im Inneren von Gibbs Hill Lighthouse

gebaut im Jahr 1846 und heute noch immer im Dienst der Seefahrt aktiv

das Ausblick von Gibbs Hill erinnert ein bisschen an die schwedischen Schären

die Bermudas sind erstaunlich dicht besiedelt, die Gegend scheint allgemein beliebt zu sein 🙂

Anzeige am Turm der Stadthalle von Hamilton; wer braucht schon eine Uhrzeit wenn er weiß von wo der Wind weht!

Im Land der unbegrenzten (Un-)Möglichkeiten

18.05.2019 bis 29.05.2019

Gestartet sind wir am 18.05.2019 um 9:30 Uhr in Los Morros, Cuba. Nach einem halben Jahr gemeinsamen Segeln haben wir uns von der Crew der Incentive verabschiedet. Der kubanische Hafenmeister Abel hat uns zum Abschied einen großen Topf Fischsuppe geschenkt und wir sind zum 460 sm langen Törn nach Florida gestartet. Nach 4 Wochen Gastfreundschaft haben wir Kuba nur ungern verlassen. Wir hoffen ganz sehr, dass die Kubaner ihre Lebensfreude, ihr Organisationstalent und ihren Optimismus behalten, egal wie viel Ärger sie von ihrem nördlichem Nachbarn noch ertragen müssen.

Unser Törn begann mit leichtem Wind aus SE und wir waren mit 6,5 kn schnell unterwegs. Am Abend des ersten Tages zog von Achtern ein Gewitter auf und brachte uns neben dem Regen auch einige Stunden mit Blitzen in unserer Nähe. Das ist nicht wirklich berauschend und so waren wir froh, dass der Spuk irgendwann vorbei war und wir bei Vollmond die erste Nacht ganz entspannt auf dem Weg in Richtung Key West Segeln konnten. An Tag 2 erreichten wir den Golfstrom und von da an ging die Post ab. Der Wind hatte mittlerweile auf Ost gedreht und so mussten wir gegenan Kreuzen, aber durch die Hilfe der Strömung waren wir immer mit 5 bis 6 kn unterwegs. Am Morgen des 3. Tages waren wir dann etwas südlich von Miami und konnten nun bei 9 kn Wind aus Ost auf einem Halb Wind Kurs in Richtung Lake Worth segeln. Geschwindigkeit über Grund = 9,5 Knoten. 🙂 So benötigten wir für insgesamt 503 sm gerade einmal 82 Stunden. Am Dienstag d. 21.05.2019 erreichten wir gegen 19:00 Uhr West Palm Beach, Florida. Der Anker viel auf beinahe der gleichen Stelle wie bereits 2 Jahre zuvor. Danach gab es noch ein Ankunftsbier und 10 Stunden Schlaf am Stück. 🙂

Am nächstem Morgen war unser erster Weg zum Büro von CBP. Custom and Border Protection! Das ist die amerikanische Variante von Custom und Immigration. Wir erhielten am Schalter ein Formular mit den üblichen Fragen nach dem Woher, Wohin und Warum. Zur Überraschung der Beamtin waren wir so ehrlich und haben als letzten Hafen Los Morros in Kuba angegeben. Das ist so aber nicht vorgesehen. Ein Schiff darf nicht von Kuba direkt nach Amerika! Basta!!! Das wussten wir im Vorfeld, aber wir fanden es als zu doof um irgendeine Lüge zu erfinden und zu behaupten wir kommen von den Bahamas. So ergab es sich, dass wir zwar im Pass einen Stempel für 6 Monate Aufenthalt erhielten aber für unsere mora kein Crusing Permit bekommen haben. Das bedeutet wir dürfen nur in den Gewässern um Palm Beach bleiben. Das dann aber für 12 Monate. 🙂  Was für ein armes Land, dass so große Angst vor der kommunistischen Bedrohung durch ein paar liebevolle und freundliche Kubaner hat. Die sollten ihre Energie lieber darauf verwenden um zum Beispiel schöne Autos zu bauen, genug eigene leckere Lebensmittel zu produzieren oder auch mal ein paar Tonnen Spezial Stahl herzustellen. Dann bräuchten sie dies nicht alles zu importieren und der Ober-Ami müsste nicht mit jedem auf der Welt Streit anfangen. 🙁   Scheiß drauf, wir wollten ja eh nur auf passendes Wetter für die Weiterfahrt warten, ein paar Lebensmittel nachkaufen und mal wieder Wäsche waschen. Diese Projekte haben wir nun abgeschlossen, der passende Wind kommt am Donnerstag d. 30.05. und dann melden wir uns nach ca. 900 sm von den Bermudas wieder.

endlich mal wieder Delfine zu Besuch auf dem Weg nach Key West

da muss Moni doch gleich mal zum Bug und Hallo sagen

da kommt Freude auf 🙂

das Ankerfeld vor West Palm Beach

hier tummeln sich die Reichen dieser Welt

und es geht noch größer…

Memorial Day Party auf der vorgelagerten Insel Peanut Island

und weil man auf der Insel keinen Alkohol trinken darf stehen alle im Wasser 🙂

das sind die Folgen wenn Benzinpreise keine Rolle spielen, hoffentlich gehen die Kinder auch immer zum Fridays for Future Protest 🙁

wenn der Wäscheberg mal wieder etwas größer ist

das ist auch eine Variante um zurück nach Europa zu kommen

Cuba Teil 2

30.04.2019 bis 17.05.2019

Von Cienfuego ging es am Dienstag über die Leuchtturminsel (Cayo Guano des Este) nach Cayo Largo. Leider blieb der vorher gesagte Wind zum Leuchtturm aus, sodass wir die 48 sm leider motoren mussten. Aber dafür entschädigte uns die ruhige Ankerbucht direkt vor dem Turm mit glasklarem Wasser bei 25 Grad. Weil es hier so schön war blieben wir direkt einen Tag länger und segelten erst am Donnerstag, den 2. Mai die 37 sm weiter nach Cayo Largo. 

Man erzählte uns, das die Insel sehr touristisch sei, wegen der feinen Sandstrände und Tauch- und Schnorchelspots, aber das hielt sich alles sehr in Grenzen. Die Touristen blieben in ihren All-Inclusive Hotels und wir bemerkte sie kaum. Wir ankerten in einer ruhigen und geschützten Bucht. Es gibt eine kleine Marina mit einer netten Kneipe, Dinghisteg und einen kleinen Lebensmittelladen. An der Kneipe gab es nicht nur Internet sondern auch gut gekühlte Getränke für kleines Geld. Das Beste waren die Preise fürs Essen. Eine normale Pizza  gab es ab 1,80€! und sie war auch noch außergewöhnlich lecker. Auch die anderen Speisen auf der Karte waren unglaublich günstig. Es gab frisches Gemüse, Eier und Goudakäse zu kaufen. Für Cuba ein Paradies und so blieben wir eine Woche und der heimischen Herd blieb kalt.

Mit der Crew der Incentive und Rudi von der Sea-Ya segelten wir mit einem Ankerstop bei Cayo Rosario (nichtssagenden) direkt weiter nach Cayo Campos. Wir wollten die Isla Juventud nördlich umsegeln. So konnten wir geschützt durch ein Aussenriff, ohne Welle wunderbar segeln. Es erinnerte uns ein bisschen an die Bahamas. Auf Cayo Campos gibt es nur eine Rangerstation von 4 Männern, die hier für 1 Monat stationiert sind und dann abgelöst werden. Ein ziemlich langweiliges Leben und umso mehr freuen sie sich, wenn Segler die Insel besuchen. Es gibt einen Brunnen mit Süßwasser und wir durften damit unsere Tanks auffüllen. Am Abend bedankten wir uns mit einem geselligen Beisammensein und wir spendeten Rum und viel Bier. Ein netter Abend. Für Rik, Sanne und Rudi gab es noch 5 Lobster, die sie am Riff fangen konnten. Ich habe natürlich wieder dankend abgelehnt, weil ich Hummer lieber in ihrer natürlichen Umgebung beim Tauchen oder Schnorcheln erlebe. Überhaupt war das Wasser wieder sehr warm und glasklar. Ein sehr entspannter und schöner Ankerstopp. 

Am Sonntag den 11.5. segelten wir ganz gemütlich weiter zum nördlich Punkt von Isla Juventud, Punta Colombo. Normalerweise darf man dort nicht Ankern, es liegt dort das Gefängnis, in dem schon Fidel Castro und seine Revolutionsfreunde gesessen haben. Aber nach einigen freundlich Funksprüchen durften wir für eine Nacht bleiben. Ein  Danke an die Offiziellen. Am nächsten Tag ging es daher direkt weiter nach Caleta Puerto Frances zum westlichem Zipfel von Isla Juventud, das 41 sm entfernt lag. 

Aufgrund der guten Windvorhersage und weil unser 1-Monatiges Visum langsam ausläuft entschieden wir uns direkt am darauffolgenden Tag die 120 sm zum westlichen Punkt von Cuba zu segeln, nach Los Morros. Es wurde ein schöner, tagsüber auch schneller Törn. Abends um 8 Uhr schlief der Wind ein, aber ab 2 Uhr in der Nacht konnten wir wieder schön segeln. Um 12 Uhr Mittag legten wir Längsseite an der Sea-Ya an, die am Steg festgemacht hat. Der Preis fürs das Anlegen kostete 0,40 CUC incl. Wasser pro Fuß. So haben wir aus Bequemlichkeit beschlossen, die nächsten 4 Tage am Steg zu liegen. Die Offiziellen mit Drogenhund kamen an Bord, wir bekamen unsern Stempel und alles hatte seine Ordnung. In Los Morros ist so ziemlich der Hund begraben. Außer einer Kneipe und gutes Internet ist hier überhaupt nichts los. 3 KM entfernt gibt es ein Restaurant mit kostenlosem Busshuttle, aber das Essen ist nicht so gut und gegenüber Cayo Largo auch etwas teurer. 

Während wir hier zusammen auf ein gutes Windfenster nach Florida warten, bekamen wir von spanischen Sportanglern einen großen Red Snapper und von einem Einheimischen einen kleinen Thunfisch geschenkt. Einfach so! Wir hatten noch Grillkohle und die Incentive einen Grill. Sanne kümmerte sich um die Fische, ich machte noch Reis dazu und fertig war ein tolles Abendessen für 5 Personen das ganz rustikal am Steg verspeist wurde. Auch das ist Cuba.

Überhaupt ist die Bürokratie in Cuba nicht so kompliziert. Man klariert ein, wenn man dann den Anker- oder den Hafenplatz verlässt bekommt man ein Papier das abgestempelt wird. Am nächsten Stopp, wo ein Hafenbüro oder Einklarierungsbüro gibt, muss das Papier wieder vorgelegt werden und das wird dann wieder bei Abfahrt abgestempelt. Die ganzen Ankerstopps dazwischen können ohne Probleme angesegelt werden. Das ganze Prozedere kostet nichts und auch das Ausklarieren ist umsonst. 

Am Samstag den 18. Mai kommt der Wind den wir für die 470 sm nach Florida gut gebrauchen können, das paßt insoweit ganz gut, weil am nächsten Tag unser Visum ausläuft. Cuba hat uns gut gefallen, die Cubaner und ihr Erfindungsreichtum haben uns stark beeindruckt. Obwohl die Cubaner selbst nicht viel haben, geben Sie gerne und sind noch so freundlich und hilfsbereit dabei. Es gibt keine Bettler, keine Korruption, keine Bestechungen und die Insel gehört zu den sichersten in der ganzen Karibik. Auf keiner anderen karibischen Insel haben wir uns so sicher gefühlt wie in Cuba. Danke für eure Gastfreundschaft – Haste la Vista Cuba.

Willkommen auf Cayo Largo

Mora in der kleinen Marina auf Cayo Largo

Waschtag

Leuchtturm von Cayo del Este

Cayo Campos

Cayo Campos

Wir füllen unseren Tank mit feinstem Quellwasser

Im Norden von Isla de Juventud

Die Hafenkneipe von Los Morros

Abel, er ist Kneiper und Hafenmeister in einer Person

tägliches Wetterbriefing vor dem nächsten Schlag nach Florida

eiserne Fleisch Reserve für das Hotel in Los Morros

Wir machen mal einen Tag Urlaub

So lässt es sich auch in der Mittagshitze aushalten

Sanne hat von den Fischern einen Red Snapper geschenkt bekommen

zuerst müssen die vielen Schuppen ab

fertig gegrillt mit Reis als Beilage, zum Nachtisch gab es noch etwas Tunfisch für jeden

Rudi spendiert zum Abschluss noch eine Runde Heineken

 

Cuba Teil 1

19.04.2019 bis 29.04.2019

Am Morgen des Karfreitags 2019 erreichten wir die riesige Bucht von Cienfuegos im Südwesten von Cuba. Hier liegt eine der wenigen Marinas im Land. Die Marina ermöglicht uns das Einklarieren und wir können für einen geplanten Landausflug das Schiff ein paar Tage an den Steg legen. Das Einklarieren gestaltete sich diesmal als eine etwas langwierige Angelegenheit. Zuerst kam der Arzt an Bord, erkundigte sich nach unserem Gesundheitszustand und fragte gleich im Anschluss ob wir für seine Frau eine Coca Cola hätten. ☺ Mit einer Fanta in der Tasche überließ er seinen Platz dem Offizier vom Immigration Büro. Dieser war wegen dem Feiertag auch für die Fragen vom Zoll zuständig. So füllte er an seinem Laptop eine endlose Liste mit unseren Vorräten aus. Jeder einzelne Apfel und auch die Dosen mit Corned Beef und Schinken wurden registriert. Sogar eine Tüte Abfall ist mit in den Bestand eingegangen. Kostet der Internationale Abfall doch glatte 5 US$ zur Entsorgung. Als dritte Person kam der Dockmaster ins Spiel. Er hat die Sache mit dem Sozialismus am Besten verstanden. Die Gebühren zum Einklarieren belaufen sich auf 55 CUC für das Schiff sowie 75 CUC p.P. für ein 30 Tage gültiges Visa. Offizieller Umrechnungskurs: 1 CUC (Peso Convertible, für Touristen erfunden) entspricht 1 US$ oder 0.9 €. Im Hafenbüro wird wie folgt umgerechnet: 1 CUC entspricht 1 € oder 1,1 US$. Der Kartenscanner für die Kreditkarte ist selbstverständlich gerade defekt. Nur so kommt der clevere Dockmaster an Bargeld zu seinen privaten Wechselkursen. ☺  Nach etwa 2 Stunden hatten wir die Sache mit dem Einklarieren hinter uns und legten unsere mora an den Anker.

Als Empfehlung für folgende Crews ein kleiner Tipp: erklärt euch bei eurer Ankunft als Pleite, geht daraufhin aus der Marina und lasst euch von einem Moped Taxi die 2 Kilometer zur Banco Popular in die Innenstadt fahren. Dort erhaltet ihr an den Geldautomaten eure CUC. Dann mit dem Moped Taxi zurück zum Hafenmeister und schon könnt ihr die Rechnung in CUC begleichen. Das Moped kostet hin und zurück ca. 4 CUC und Geld benötigt ihr ja eh noch in den nächsten Tagen.

Nach einem kurzen Mittagsschlaf ging es dann am spätem Nachmittag zusammen mit der Crew der Incentive ins Getümmel von Cienfuegos. Durch Zufall hatten wir gerade das Wochenende mit der 200 Jahrfeier der Stadt erwischt. Dutzende Stände mit Getränken und kleinen Snacks säumten den Straßenrand. Rum, Bier und Hot Dog wurden für je 1 CUC angeboten. So erlebten wir den ersten Abend in Cuba in Mitten von hunderten fröhlich feiernden Menschen. Und Feiern ist eine Spezialität der Cubaner. Die Musik spielt nahezu 24 Stunden am Tag. Schlafen sollte für uns in den nächsten Tagen zur Herausforderung werden. ☹

In den folgenden Tagen erkundeten wir dann die Innenstadt von Cienfuegos, Tauschten in der Wechselstube ein paar der CUC in CUP (einheimische Währung, Wechselkurs 1:25), und kümmerten uns um Internetzugang welcher von den großen Hotels oder öffentlichen Plätzen aus möglich ist. Für den Internetzugang benötigt man eine Guthaben Karte für 1 CUC pro Stunde. Mit den aufgedruckten Zugangsdaten kann man sich dann in das Netz der staatlichen Telefongesellschaft ETECSA einwählen. So können wir mit der Außenwelt in Verbindung bleiben und haben Zugang zu Wetterdaten und Nachrichten.

Am Montag d. 22.04. verlegten wir die mora in die Marina und am Dienstag ging es auf Landreise nach Trinidad. Die Stadt wurde bereits 1513 gegründet und erreichte durch den Zuckeranbau einen gewissen Reichtum. Seit 1989 ist Trinidad Weltkulturerbe und heute eine der am meisten besuchten Städte Cubas. Die Straßen bestehen Großteils aus Kopfsteinpflaster und führen entlang der Stadtpaläste der ehemaligen Zuckerbarone. Wir sind zuerst mit dem TukTuk zum Busbahnhof gefahren und dann für 10 CUC p.P. mit dem Taxi nach Trinidad. Dank der Informationen der Crew der Worlddancer hatten wir eine Adresse in der Stadt für eine gute Unterkunft. Das ausgewählte Hostel war leider belegt, aber der nette Inhaber organisierte für uns bei seiner Schwägerin im Haus ein Zimmer. 15 CUC p.P. für das riesige Doppelzimmer mit Lüfter, Klimaanlage, Kühlschrank und Terrasse für das Frühstück.

Die Erkundung der Stadt ist wunderbar zu Fuß zu organisieren. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen rund um den Plaza Mayor im Zentrum der Stadt. Viele der alten Paläste sind heute zu Museen umgestaltet. Bei den meisten sieht man aber nun die Spuren der Revolution. Es fehlt an Farbe und an motivierten Mitarbeitern.  Die Angestellten bekommen exakt den gleichen Lohn; egal ob sie sich um die Besucher bemühen oder ob sie sich die Fingernägel lackieren. Das erinnert mich ein bisschen an früher… ☺

Am Abend lohnt sich ein Gang ins Getümmel der Stadt zum Casa de la Musica. Live Musik, Salsa Nacht und vieles mehr buhlen um die Aufmerksamkeit der Touristen. Uns hat es in Trinidad so gut gefallen dass wir unseren Aufenthalt gleich noch um eine Nacht verlängert haben. ☺

Nun sind wir wieder zurück in Cienfuegos und warten auf den passenden Wind um weiter nach Cayo Largo zu segeln. Dort freuen wir uns wieder auf klares Wasser zum Schwimmen und Schnorcheln. Mehr davon im nächsten Bericht.

Historische Autos

Sie sind die Überreste aus der Zeit vor 1959

Der Traum meiner Jugend, ein LADA

Ein Mosquits als Taxi

Der ganze Stolz aus Zschopau

Das Nachfolgemodell

Eine umgebaute Jawa aus der ĆSSR

für die Touristen in Trinidad

damit bewegen sich die Einheimischen von A nach B

Palacio de Valle in Cienfuegos, erbaut im Jahr 1917 dient heute als Nobelrestaurant

Hotel La Union in Cienfuegos

Palacio de Gobierno, oder einfacher ; Rathaus

Museo Romantico in Trinidad

Plaza Mayor in Trinidad

Museo Historico Municipal

Küche im Museo Historico Municipal

Speisesaal im Museo Historico Municipal

Treppe zum Casa de la Musica in Trinidad

Diese Bar versorgt am Abend Dutzende Besucher an der Treppe zum Casa de la Musica

Die Kubanische Flagge als Gardine

Der Held der Revolution wird noch immer verehrt

Blick zum ehemaligen Franziskaner Kloster in Trinidad, heute beherbergt es das Museum der Piraten und der Revolution

Wie Hühner auf der Stange, und alle wollen doch nur Internet…

Abkühlung nach erfolgreichem Stadtrundgang

Bar la Terrassa

Bar La Terrassa

Unser Zimmer in Trinidad

Frühstück im Hostel Maida y Chachi

 

Cayman Island

05.04.2019 bis 18.04.2019

Nachdem der Nordwind mal eine Pause gemacht hat, hieß es für uns Ankerauf und Abschied von Providencia und unserem geliebten Kolumbien. Es ging weiter Richtung Norden zu den Cayman Inseln. Bevorzugt zur östlichsten der 3 Inseln, nach Cayman Brac. In Little Cayman kann man nicht einklarieren und Grand Cayman ist, ähnlich wie Aruba, voller Kreuzfahrer aus Amerika. 🙁 Die Distanz nach Cayman Brac beträgt von Providencia 400 sm und wir rechneten uns aus in 3 Tagen dort zu sein. Nach dem Frühstück setzten wir die Segel und wir kamen mit 5 bis 6 Knoten gut voran. Bis auf die letzte Nacht auf See lief alles reibungslos aber dann wollte der Autopilot nach einem Squall nicht mehr funktionieren und der Windpilot hatte auch keine richtige Lust. So mussten wir mit der Hand steuern. Am frühen Morgen ließ der Wind nach und wir starteten für die letzten 40 sm den Motor und siehe da, unser Autopilot ist aufgewacht und steuerte uns bis zum Ziel.
Auf der Westseite von Cayman’s Brac angekommen riefen wir über Funk den Zoll und die Immigrationsbehörde an. Wir durften bei Scott Bay, West End, an einer der kostenlosen Mooringtonnen festmachen. Die Offiziellen kamen unmittelbar danach zu uns an Bord, drückten ihre Stempel in unsere Pässe, gaben uns viele Tipps und Infos zu ihrer Insel und brausten wieder davon, ohne das wir auch nur einen Cent bezahlen mussten. Nach dem teurem Einklarieren mit Agenten in Kolumbien eine Wohltat für die Bordkasse. 🙂
Das Ankern rund um die Insel ist verboten und wenn wir einen Blick ins Wasser werfen wissen wir auch warum. In über 10 Meter Wassertiefe können wir rund um uns herum die Korallenköpfe sehen. Glasklares Wasser bei Temperaturen um die 24 Grad halten mich nicht an Bord. Mit Maske und Schnorchel wird erstmal die nähere Umgebung erkundet. Der Meeresgrund ist trotz Ufernähe sehr sauber, viele Fische und natürlich jede Menge Korallen.
Mit der Crew der Incentive werden ein paar Tauchgänge organisiert. Die Tauchschule bringt uns die Flaschen direkt zum Dinghi Steg und füllt unsere eigenen Flaschen zu einem guten Preis von 10 € pro Flasche. Wir können direkt vom Boot aus Tauchen oder zu einer der umliegenden Mooringtonnen mit dem Dinghi hinfahren und dort den Tauchgang starten. Es ist fast wie in Bonair. Es gibt jede Menge Tauchspots mit und ohne Wracks, alle sind ohne Strömung und nicht zu tief (max. 25 Meter).
Aber auch über Wasser ist die Insel sehr zu empfehlen. Es ist alles sehr ruhig und beschaulich, es sind einige Touristen zum Tauchen hier und von Seglern wird die Insel kaum angefahren. An unserem  Dinghi Steg gibt es sehr saubere Toilettenhäuschen und eine Süßwasserdusche!!! Nachdem wir einen Mitarbeiter vom Wasserwerk bei seinem Dominospiel getroffen haben wissen wir auch das es Trinkwasser ist und wir unseren Tank kostenlos damit auffüllen können. Überhaupt ist diese Insel sehr sauber und gepflegt und an jeder öffentlich Badestelle findet man Süßwasserdusche und Toilettenhäuschen. Man merkt doch stark den britischen Einfluss und deshalb wird hier auch auf der falschen Straßenseite gefahren. 🙂
Nach ein paar Tagen kannte uns jeder hier und überall wurden wir freundlich gegrüßt.
Natürlich sind die Cayman’s Insel in Sachen Lebensmittel etwas teurer. Alles muss eingeflogen werden oder kommt mit dem Frachter. Das Preis-Niveau liegt zwischen Bahamas und Amerika (1 Kg Joghurt 4,50€, frische Milch 1,5 Liter etwa 4,50€). Aber dafür zahlen wir nichts fürs Einklarieren, für die Mooringtonne oder für Frischwasser für unseren Tank.
Einen Tag lang haben wir mit Rik und Sanne einen Wagen für 30€ für die obligatorische Inselrundfahrt gemietet und haben so den Rest der Insel auch noch kennen und lieben gelernt.
Am Donnerstag, den 18.4. sagt uns der Wind das es weiter gehen muss, oder wir bleiben für unbestimmte Zeit hier. Was aber auch nicht so schlimm wäre. 🙂
Der nächste Bericht kommt dann aus Kuba…

wir besuchen eine Schildkröte in ihrem Zuhause

warum schaut der nur so böse?

wer schwimmt jetzt schneller?

und noch eine Schildkröte

in der guten alten Zeit habe ich noch Kuba beschützt…

intakte Unterwasserwelt

der Bursche war sehr anhänglich

Sanne und Rick machen mal eine Pause und unser Freund drängelt sich wieder ins Bild 🙂

einfach nur schön

und noch schöner

nach dem Tauchgang ist endloses Duschen angesagt, an Bord gibt es nur eine 1,5 Liter Ration Wasser 🙁

hier treffen sich am Abend die Einheimischen zum Domino spielen

ein echtes Insel Bräu für 1,15 € die Dose

beim Abtauchen bitte die Flagge aufstellen..

dieser Baum ist für den Schatten zuständig

die beiden Palmen bereichern das Foto am Strand

ich bin ein Brown Booby

Blick nach links

Blick nach unten

Blick nach rechts

Liebe Claudia, nur für Dich!!

die etwas rauere Südküste

Kunst aus Strandgut

Blasenhaus

das wichtigste Verkehrszeichen der Insel

dieser Iguana war fast einen Meter lang

der war nur 5 cm lang

eine der vielen Höhlen, sie werden im Falle eines Hurrikan von den Menschen als natürliche Schutzräume aufgesucht – wir haben nur ein paar Fledermäuse gesehen

Mangos so weit das Auge reicht, zweimal haben wir von den Einheimischen welche geschenkt bekommen 🙂

Zeit zum Schlafen gehen…