Angekommen auf den Azoren

 

Position: Hafenbecken in Lajes / Isla Flores

Am 04.07. um 8 Uhr Ortszeit sind wir glücklich, müde aber dennoch zufrieden im Hafen von Lajes auf der Insel Flores angekommen. Die gesamte Überfahrt hat damit unter Berücksichtigung der Zeitverschiebung 14 Tage und 17 Stunden gedauert. Die gesegelte Strecke die wir laut GPS von St. George’s bis hier zurückgelegt haben beträgt 1751 sm. Das macht einen Schnitt von 4,96 kn. Wahrscheinlich waren wir etwas schneller durch das Wasser unterwegs aber wir haben lange Zeit einen leichten Gegenstrom wahrgenommen. Insgesamt lief während der Überfahrt unsere Maschine für 74,4 Stunden wegen Flaute. Die letzten beiden Tage waren abgesehen von einer kleinen Störung am Motor nicht weiter aufregend. Irgendwann am Nachmittag von Tag 13 stoppte unser Diesel ohne ersichtlichen Grund. Ich habe daraufhin den Vorfilter überprüft, den Feinfilter erneuert, die Niederdruck und später die Hochdruck Seite entlüftet und dann lief er ohne murren für den Rest der Zeit…? Kurz nach unsere Ankunft haben wir uns beim Hafenmeister gemeldet, gefrühstückt und dann erst einmal ordentlich ausgeschlafen. Am Abend gab es das lange ersehnte Ankunftsbier und ein super Abendessen, nur um gleich danach noch einmal für 11 Stunden auszuschlafen.
Jetzt sind wir fit und munter und werden in den nächsten Tagen die Insel Flores erkunden. Der erste Eindruck ist schon mal sehr, sehr positiv!

Der westlichste Punkt Europas liegt voraus

Der kleine Hafen in Lajes, das 3. Boot von links oben ist unser mora, hier darf sie sich von den Strapazen der Atlantik Überfahrt erholen.

 

 

Tag 12 und 13, Bermuda – Azoren

02.07.2019,
Position 38°21,100N // 034°45,000W SOG 4,1 kn, COG 77°
noch 179 sm bis Isla Flores
Die letzten beiden Tage hatten wir wieder oft Besuch von Delfinen. Sie schwimmen ein Stück gemeinsam mit mora, zeigen uns ihre Kunststücke und ziehen dann weiter. Besonders in der mondlosen Nacht ist es ein Schauspiel wenn sie als kleine Raketen in das durch Plankton leuchtende Wasser unter dem Rumpf abtauchen. Wunderschön! Unser Etmal von Sonntag auf Montag lag bei 147 sm. Dann ist der Wind wieder eingeschlafen und so lag das letzte nur bei 112 sm. Aber das stört nicht. Wenn wir mit den aktuellen 4,1 kn weiter Segeln, dann sind wir am 04.07. gegen 10 Uhr morgens im Hafen. Also ist es bald schon so weit das wir die Leinen und Fender vorbereiten müssen und Duschen wäre auch nicht schlecht bevor es zurück in die Zivilisation geht. 🙂
Wir melden uns das nächste mal aus Flores.

Tag 10 und11, Bermuda – Azoren

30.06.2019,
Position 37°18,500N // 039°32,500W, SOG 7,2 kn, COG 80°
noch 415 sm bis Isla Flores
Und ab geht die Post. Wir haben seid 36 Stunden einen hervorragenden Südwind zwischen 14 und 25 kn. Die letzten beiden Etmale belaufen sich auf 113 sm ( viel mit Motor und weinig Wind) und 133 sm. Das aktuelle sollte noch besser werden. So langsam glauben wir an eine Ankunft am 04.07. oder 05.07. morgens. Das ist ein bisschen abhängig wie stark wir noch von einer Schwachwind Zone vor dem nächsten Tief eingebremst werden. Bis jetzt haben wir seit Bermuda 43 Motorstunden auf der Uhr. Mal sehen wie oft wir den Diesel noch bemühen müssen? Ansonsten gibt es nicht viel Neues zu berichten. Mangels frischem Joghurt mischen wir uns das Müsli jetzt mit Apfelmus. Echt lecker! Aber mit jeder Meile nach Osten steigt die Freude auf ein großes Stück Fleisch vom Grill.
Wir wünschen euch in der neuen Woche viel Spass im Büro

Tag 8 und 9, Bermudas – Azoren

28.06.2019,
Position 36°46,180N // 045°08,770W, SOG 4,5 kn, COG 105°
noch 685 sm bis Isla Flores
Die Freude über die wunderbaren Bedingungen von denen Moni im letzten Beitrag berichtet hatte hielten genau noch bis Mitternacht am gleichen Abend. Kurz nach unserem Bergfest hat Neptun sich einen kleinen Scherz ausgedacht. Zuerst hat der Wind auf Nordost gedreht und gleich im Anschluss ist der elektronische Autopilot ausgefallen. Während ich nachts um ein Uhr die Windfahnen Steuerung aktiviert habe begann es zu Regnen. In den nächsten 10 Stunden konnten wir uns entscheiden bei 25 Knoten Wind, 3 Meter Wellen und 1,5 Knoten Gegenstrom einen Kurs von 10° (Grönland) oder 180° (Brasilien) anzulegen. Als der Wind dann nachliess drehte er zurück auf West und es blieb die alte Welle für weitere 6 Stunden erhalten. Das bedeutete dann unter Motor mit Welle von achtern mit 3,5 Knoten gegen die Strömung anzukämpfen. Wer sich die dazugehörigen Bootsbewegungen vorstellen möchte: Trockenschleudern oder Achterbahn fahren kommen der Sache schon ganz nah. Dabei noch mit 2 Händen festhalten und mit den restlichen Händen zum Beispiel Zähne putzen, Kaffee kochen oder im Fliegen die Klamotten anziehen. An solchen Tagen entsteht die ware Liebe zur Seefahrt!!!
Jetzt schein wieder die Sonne und die Wellen haben sich beruhigt. Der Wind weht mit 12 Knoten aus West und wir Kreuzen vor dem Wind. Mal sehen wann uns der so geliebte Südwest Wind wieder findet. Es sind noch Lebensmittel für bestimmt 30 Tage an Bord. Also hällt sich die Gefahr dass wir Verhungern in Grenzen. Mit etwas Glück sind wir aber doch in 6 bis 7 Tagen am Ziel. Mal sehen was Neptun davon hält…
wie immer liebe Grüße von hoher See, Moni und Ralph

Tag 6 und 7, Bermuda – Azoren

26.06.2019,
Position 35°45,460N // 049°03,600W, SOG 5,5 kn, COG 80°
Zuerst eine kleine Korrektur: Beim letzten Eintrag war natürlich Tag 4 und 5 Tag gemeint.
Seit gestern ist bei uns Sahnesegeln angesagt. Wir fahren Kurs Ost, der Wind kommt von Süd, das heißt Halbwindkurs!!!! Die mora fegt aktuell mit 5,5 Knoten durchs Meer und es wären noch mehr, wenn nicht ca. 1 Knoten Gegenstrom fließen würden. Etmal 88 sm und 101 sm, Tendenz steigend
Seit 4 Tagen begrüßen uns täglich kleinere Gruppen von Delfinen, begleiten uns ein Stück des Weges und sagen uns dann Lebewohl. Immer wieder eine Freude sie beim Schwimmen und Springen zu beobachten. Ebenso ein treuer Begleiter von uns sind zur Zeit die portugiesischen Galeeren. Quallen von ca. 10-15 cm Größe, die aussehen wie kleine Segelboote mit rosa Segel. Vom Schiff aus gesehen sehr hübsch, aber wenn man im Wasser mit ihren bis 10 Meter langen Tentakeln Kontakt hat nicht sehr angenehm für den Menschen.
Heute Nacht haben wir die Hälfte der Strecke zu den Azoren geschafft. Kein schlechter Schnitt nach 7,5 Tagen. Wir hoffen, das die 2. Hälfte genauso gut verläuft. Es wird Nachts langsam kalt. Ralph hat bei der Nachwache schon die Socken angezogen, seit über 2 Jahren das 1. Mal. Ich weigere mich noch, mal sehen wie lange noch.