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Road Trip durch den Südosten der USA /Tag 4 bis Tag 6

Day 4:

Wir sind am Rande der Great Smoky Mountains angekommen. Diese Bergkette ist ein riesiger Nationalpark ohne Eintrittsgebühr. Die Höhenzüge erstrecken sich über 4 Bundesstaaten (Süd- und Nord Carolina, Tennessee und Georgia), der höchste Berg ist stolze 2.000 Meter hoch, der gesamte Nationalpark ist voller Laubwälder und jetzt im Oktober beginnt sich das Laub zu färben. Ein bisschen wie Indien Summer!

Wir machen eine kombinierte Auto-Wandertour. Wir befahren hier den Highway US 441 von Cherokee bis nach Gatlinburg. Einmal quer über die Smoky Mountains. Ein Gebiet mit 300 Meilen Wanderwegen. 🙂 Überall sind Aussichtspunkte und die Ausblicke über diese endlosen, sich langsam färbenden Laubwälder sind überwältigend. Erst jetzt können wir die unendliche Größe dieses Landes erahnen. Bis zum Horizont nur Wälder und Berge. Es ist unglaublich, das Land ist sooooo gigantisch groß. Dieses Gebiet ist ein einziges Wanderparadies. Hier beginnt der Appalachian Trail. Er ist 3.450 km lang und geht bis in den Bundesstaat Main. Wir könnten hier Monate wandern und hätten nicht alles gesehen. Aber auch das ist Amerika: die Stadt Cherokee ist ein kitschiges Indianerdorf geworden und in Gatlinburg fühlt man sich in ein Alpendorf versetzt, mit bayrischem Flair.

Wald soweit das Auge blicken kann

Grenze zwischen NC und Tennessee

Der berühmte Wanderweg vom Süden bis weit in den Norden der USA, 3450 km lang

Indien Summer

Touristen Nepp mit bayrischem Flair

o zapft is…

 

Day 5:

Heute machen wir eine Autofahrt durch einen weiteren Teil der Great Mountains. Wir fahren 120km über den Blue Ridge Parkway der insgesamt 755 km lang ist. Eine Panoramastraße voller S-Kurven durch das Appalachengebirge. Auch hier wieder überall Aussichtspunkte mit fantastischen Ausblicken. Wir hätten an jedem Punkt halten und verweilen können. Bei Ashville verlassen wir den Parkway um in Hendersonville zu übernachten. Am frühen Abend machen wir noch einen Bummel durch den Ortskern der für amerikanische Verhältnisse recht alt, hübsch und sogar mit einigen Kneipen gesät ist.

eine wunderschöne Strecke durch hunderte Kilometer Wald

hallo Brüderchen Bernd, wir sind schon mal vorgefahren 🙂

Schlafmütze am Wegesrand

zum Fest der Bären in Hendersonville

 

Day 6:

Nach der gestrigen Autofahrt steht jetzt mal wieder ein Wandertag auf dem Programm. Es geht zum Chimney Rock, ein sehr fotogenes Felsmassiv in North Carolina. Er ist ziemlich touristisch, aber da wir nicht an einem Wochenende hier sind, hält sich der Besucheransturm noch in Grenzen. Wir wandern über unzählige Treppen zu der Aussichtsplattform – und es hat sich gelohnt. Nach ausgiebiger Bewunderung der umliegenden Naturlandschaft gehen wir weiter zu einem Wasserfall, dem Hickory Nut Fall mit 123 m Höhe. Am Abend sind wir geschafft.

Blick auf Lake Lure

Chimney Rock

Der 1902 gegründete Chimney Rock Nationalpark ist 27.55 km2 groß

der Hickory Nut Fall, 123 Meter hoch

Posen für die Webseite

 

Road Trip durch den Südosten der USA /Tag 1 bis Tag 3

Day 1:

Wir starten in Brunswick am frühen Mittag nachdem wir auf dem Schiff wieder die Klimaanlage programmiert und den Kühlschrank leer geräumt haben. Für die erste Übernachtung haben wir uns Columbia in South Carolina ausgesucht. Zu Beginn fahren wir noch auf der I95 (Interstate; entspricht den deutschen Autobahnen) bis zur Grenze zwischen Georgia und South Carolina. Direkt an der Grenze befindet sich ein großes Visitor Center an dem wir uns mit Infos und Roadmaps über die größeren Sehenswürdigkeiten von South Carolina eindecken. Dort beschließen wir auch, den weiteren Weg über Nebenstraßen in Richtung Nordwesten zu fahren. Die Landschaft ändert sich je weiter wir uns vom Meer entfernen. Aus dem Marschland wird zuerst Birkenwald und später fahren wir an riesigen Baumwollfeldern entlang. Sobald wir das Einzugsgebiet der größeren Städte verlassen, bestehen die Grundstücke meistens aus Holzhäusern mit großer Garage, mit genialen Aufsatz Rasenmähern getrimmten Rasenflächen oder aber aus alten Wohnwagen mit anschließendem Schrottplatz bzw. Auto-/ Haushalt- Ersatzteil Haufen vor der Tür. Was nicht mehr benötigt wird verrottet halt neben der Einfahrt. 🙂
Nach fast 5 Stunden erreichen wir unser Hotel in Columbia. Nach dem Einchecken fahren wir noch ins Zentrum und spazieren durch die Innenstadt. O.k. Amerikanische Innenstädte sind etwas größer als die in Europa und so wandern wir eher als das wir spazieren. Es gibt ein paar ältere Häuser zu besichtigen und am Ende finden wir auch noch ein kleines Kneipenviertel.

Blanding House

unser Leihwagen

 

 

Day2:

Jetzt fahren wir in den Nordwesten mit einem erstem Stopp am Lake Murray. Am See sind viele Grundstücke mit tollen Häusern, eine Reihe Bootsanlegestellen und Picknick Plätzen. Der See ist 66 km lang und an seiner breitesten Stelle 23 km breit. Er wurde ab 1920 als Stausee zur Stromgewinnung angelegt. Bei seiner Fertigstellung im Jahr 1930 war er der größte von Menschen angelegte Stausee. Von dort ging es nach Norden weiter in den Sumter National Forest. Die Strecke wurde zunehmend bergig und der Wald ist schon gewaltig groß. In einem kleinen Park gönnten wir uns nach einer kurzen Wanderung eine Pause. Als Ort zum Übernachten hatten wir zuerst Anderson im Auge. Nach einem Blick in das uns angebotene Zimmer für US$ 85.00 sind wir aber schnell weiter gefahren. Bei manchen Motels hilft nur abbrennen und neu aufbauen. 🙁 🙁 Wir haben dann in der Stadt Clemson eine schöne Bleibe gefunden. Auf Empfehlung des Hotels sind wir noch in die Innenstadt gefahren. Das Kneipenviertel ist komplett von der heimischen Universität ´s Football Mannschaft eingenommen. Überall begegnete uns die orangene Tiger Tatze. Die1896 gegründeten Clemson Tigers haben 2016 die College Football Meisterschaft gewonnen und schon 200 Profis in die NFL gebracht. Nicht schlecht für eine Stadt mit gerade mal 16000 Einwohnern.

Touristin

Day 3:

Es geht zu unserem ersten Wasserfall. Wir sind im Oconee County ganz im Nordwesten von South Carolina. Dieses Gebiet ist beliebt für seine vielen Natur Parks, Campingplätze, Wanderrouten und Wasserfälle. Wir beschließen zum Big Bend Fall zu wandern. Der größte am ganzen Fluss! Ausgangspunkt ist ein kleiner Campingplatz mitten im Wald. In unserem Visitor Guide über die Mountain Lakes sind die GPS Koordinaten des Campingplatzes vermerkt und so finden wir uns ohne Probleme zum Startpunkt der Wanderung. Bewaffnet mit Obst, Broten und Wasser starten wir. Der Weg führt die meiste Zeit am Chattooga River entlang. Zu Beginn sehen wir Stellplätze für Zelte in deren Nähe immer ein Gerüst mit einem Flaschenzug steht. Es gibt in der Gegend Bären. Um persönlichen Sachen zu schützen während man auf Wanderung ist, soll man alles am Flaschenzug nach oben ziehen. Hoffentlich sind unsere geschmuggelten Artgenossen von Haribo die einzigen Bären welchen wir begegnen.
Am Fluss sind ein paar Angler im Wasser und versuchen ihr Glück. Wir wandern fast 2 Stunden über Stock und Stein und kommen bei schönstem Wetter auch gut ins Schwitzen. Laut unserer Wegbeschreibung sollten wir die Wasserfälle bald erreichen. Als nach einer weiteren halben Stunde noch immer kein Wasserfall in Sicht ist habe ich keine Lust mehr. Wir setzen uns auf ein paar größere Steine im Wasser und verdrücken unseren Proviant. Dann kehren wir um und begeben uns auf den Rückweg. Wieder am Auto angekommen, klitschnass geschwitzt und in Gedanken unseren Visitor Guide am verbrennen beginne ich noch einmal die Wegbeschreibung zu studieren. Der Big Bend Fall ist der größte „Vertical Fall“. Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Wir sind wohl an unserem Ziel vorbei gewandert. An der einen Stelle war der Fluss recht breit und das Wasser ist über ein paar Stufen etwas in die Tiefe gefallen. 🙂 🙂
Am späten Nachmittag sind wir dann noch nach Franklin in North Carolina gefahren. Die Stadt liegt am Rande des Blue Mountain Gebirges im südlichen Teil der Appalachen.

in Brunswick angekommen

Nach einem sehr angenehmen Flug landeten wir am Dienstag den 03.10. gegen 17:00 Uhr pünktlich in Miami. Als Erstes galt es, die „Schmuggelware“ Lebkuchen, Pflaumenmus, Salami, Haribo und jede Menge Ersatzteile für mora, am amerikanischem Zoll vorbei ins Land einzuführen. Dies gelang erstaunlich gut und so konnten wir auch gleich unseren Leihwagen übernehmen. Die erste Fahrt führte uns zum vorab gebuchten Hotel nach Boca Raton. Wir hatten mit dem SpringHill Suites in Boca Raton eine gute Wahl getroffen. Es gab, für amerikanische Verhältnisse, ein tolles Frühstück und ein paar Snacks und Obst für unterwegs waren auch noch drin. So gestärkt nahmen wir unseren 2. Anlauf zum Besuch des Space Center bei Kap Canaverel in Angriff. Kurz erklärt: Die annehmbaren Hotels in der näheren Umgebung waren uns mit US$ 140.00 pro Nacht zu teuer, zumal der Eintritt ins Space Center noch einmal US$ 120.00 kostet. Wir haben Cap Canaveral jetzt auf die Rückfahrt mit dem Boot verschoben. Dann können wir uns wenigstens die Hotelkosten sparen. So fuhren wir direkt zur mora und waren am Mittwochabend zurück in unserem zu Hause.

Die getroffenen Vorkehrungen bezüglich Schimmelbildung haben sich bewährt. Kein Schimmel an Bord und kein unangenehmer Geruch. Bis auf ein paar zu lackierende Stellen im Holz am Niedergang hat unsere mora den Sommer gut überstanden. Und wie bereits berichtet sind durch den Hurrican Irma keine Schäden zu vermelden.

Wir richteten uns wieder häuslich ein und genießen zusammen mit den Milliarden von Mücken das soziale Leben in der Brunswick Landing Marina. Langsam trudelten die Segler aus aller Herren Länder wieder ein und so gab es ein tolles Wiedersehen. Zu unserer großen Freude trafen wir auch Terry und Annett wieder. Die beiden haben im Juli ihr Schiff verkauft und fahren nun mit einem Wohnmobil kreuz und quer durch Amerika.

Wir feierten unser Wiedersehen auf St. Simon Island. In der Benny – Bar auf St. Simon gibt es jeden Donnerstag freies Essen und Livemusik. Einzige Bedingung: man muss was trinken. Was für ein Ärger 🙂  Wer jetzt denkt, dafür sind die Getränke teuer, hat sich getäuscht. Zwei Bier und eine Cola gibt es für schlappe US$ 10.00. Das Essen ist lecker, es gibt genug für Alle. Die Musik stammt aus den frühen 70igern. Die meisten aus dem Publikum sind recht textsicher. 🙂 Da fahren wir bestimmt noch einmal hin.

Ab Sonntag starten wir zu einer ausgedehnten Rundreise durch Georgia mit Abstecher nach Süd Carolina, Tennessee und Alabama. Wir werden von Unterwegs berichten. In der letzten Novemberwoche werden wir dann das Schiff aus dem Wasser nehmen, ein neues Antifouling auftragen, den Rumpf polieren und die Anode wechseln. Eine Werft in Jacksonville ist dafür schon gefunden. Und dann geht es endlich Richtung Bahamas. Wenn alles nach Plan läuft feiern wir Ralph’s Geburtstag auf einer der vielen Inseln in türkis blauem Wasser mit leckeren Kaltgetränken. 🙂

Nach Hause…

Am Dienstag den 3. Oktober fliegen wir zurück nach Miami. Nach gut 2,5 Monaten in Deutschland heißt es für uns Abschied nehmen. Wir haben eine sehr schöne Zeit mit unseren Familien und Freunden verbracht. Wir hätten nie gedacht dass, durch unseren Blog, so viele uns bisher unbekannt Menschen Anteil an unserer Reise nehmen. Den Vorschlag, unsere Reiseroute darzustellen und auch den Plan für die nächste Saison zu zeigen haben wir gerne angenommen.

Nach Deutschland zurückzukommen war für uns ein Ankommen ins Schlaraffenland. Das Wurst-, Käse- und Brotangebot ist unschlagbar. Die Lebensmittel Preise sind sensationell günstig. Es gibt jederzeit alles zu kaufen. In der Karibik mussten wir erst sehen was es an Lebensmittel zu kaufen gibt und danach haben wir unsere Mahlzeiten zusammengestellt. Hier fragt man sich, auf was man Appetit hat und kauft danach ein. Was für ein Luxus! Aber das ist kein Grund für uns jetzt in Deutschland zu bleiben. Wir freuen uns auf die nächste Saison und werden darüber berichten. Bleibt uns weiterhin als Leser erhalten und seid neugierig.

Für die vielen Essenseinladungen möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Mit so viel Gastfreundschaft hatten wir nicht gerechnet. Vielen lieben Dank für jeden einzelnen von Euch! Ralph hat 5 Kilo zugenommen und auch ich bringe wohl ein paar Pfund mehr auf die Waage. Aber es war kein Gramm dabei was nicht geschmeckt hat. Ein besonderes Dankeschön gilt Beate, die uns die ganze Zeit ihr Auto zur Verfügung gestellt hat und auch Alfons, in dessen Appartement wir wohnen durften.

Nach unserer Ankunft in Miami fahren wir über einen Stopp bei Cap Canaveral weiter nach Brunswick zur mora. Es sind ein paar Arbeiten am Boot zu erledigen und danach geht es mit dem Leihwagen eine Runde durch Georgia. Es ist noch Hurricansaison und daher segeln wir erst Anfang Dezember mit unserer mora zu den Bahamas. So der Plan…. wir werden berichten.

bisherige Reise 2016/2017

in grün die geplante Reise für die Saison 2017/2018

Hurrikane IRMA zieht über unsere mora

Der größte, jemals im Nordatlantik beobachtete Hurrikan Irma, hat eine Schneise der Verwüstung durch die Karibik gezogen. Die Infrastruktur auf der schönen Insel Barbuda welche wir noch im Mai besuchten und die uns mit ihrem kilometerlangen, leicht rötlichen Sandstrand, den Mangroven und den darauf nistenden Fregattvögeln auf ewig in Erinnerung bleiben wird, ist zu nahezu 100 % zerstört. Die bei Langfahrtseglern so beliebte Simpson Bay auf St. Maarten mit den vielen Yachtausrüstern sieht aus wie nach einem Bombenangriff. Der Bitter-End-Yachtclub auf den BVI´S in dessen Hängematten wir gelegen haben ist Geschichte und wir wissen nicht ob es Little Jost van Dycke noch gibt mit ihrer kleinen vorgelagerten Insel Sandy Split, wo wir uns so wohl gefühlt haben. Es ist eine traurige Bilanz für die Menschen und die Natur.

Unsere mora liegt an der Ostküste kurz oberhalb von Florida und wir haben das ganze Wochenende bis einschließlich Montag den Kurs von Irma verfolgt. Es stand lange Zeit nicht fest, wie heftig der Wind und die Wassermassen auf unsere Marina treffen werden. Das der Sturm zu uns kommt stand fest, nur nicht in welcher Stärke? Wir waren so froh, das Jo und Margit von der Kyla vor Ort waren und sich auch um unsere mora gekümmert haben. Sie prüften alle Leinen, verstauten noch einige Gegenstände sturmsicher und hielten uns die ganze Zeit telefonisch auf dem Laufenden. Wir können den beiden nicht genug danken!!!

Die Marina mit ihren über 300 Schiffen hat den Sturm heil überstanden. Kein Steg hat sich von der Verankerung gelöst. Unserer mora ist nichts passiert. Die Marina ist tatsächlich ein Hurrican-Hole. Das können wir nun bestätigen.

Im Ort Brunswick sind eine ganze Reihe Straßen überflutet, es liegen zum Teil Strommasten und Palmen auf den Straßen, einige Dächer sind davongeflogen und bis zum Wochenende gilt von Mitternacht bis 6:00 a.m. eine Ausgangssperre zum Schutz vor Plünderungen. Doch damit ist der Ort im Vergleich zum Süden von Florida noch ganz gut weggekommen. Nun atmen wir kurz durch und sind froh nochmal davongekommen zu sein. Aber es ist nur ein kurzes Durchatmen. Der nächste Hurrikan Jose ist zur Zeit nordöstlich der Bahamas und es ist noch nicht klar wohin er in den nächsten Tagen zieht. Also weiterhin Daumendrücken!

Im Anschluss noch ein paar aktuelle Bilder aus Brunswick mit freundlicher Genehmigung von der Weltbesten Hurrikan Fotografin Margit… 🙂

Der Zugang zu den Stegen geht normalerweise 2 -3 Meter nach unten

die Strasse zum Clubhaus

Tankstelle mit Dachschaden…

…Baumschaden…

…aber die Laterne gibt bis zum Schluss ihr Bestes!